Erderwärmung kann um drei Grad steigen

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Zwei-Grad-Ziel: UNEP-Bericht warnt vor Erderwärmung um drei Grad. Auch Gletscher schmelzen schneller.
UNEP-Bericht: Erderwärmung um mindestens drei Grad. Gletscherschmelze stark beschleunigt.

Die globalen Anstrengungen zur Begrenzung der Erderwärmung reichen bei weitem nicht aus. Selbst, wenn alle vereinbarten Klimaziele eingehalten würden, erwärmt sich die Erde bis Ende des Jahrhunderts um drei Grad. Zu dieser erschreckenden Erkenntnis gelangte der achte Emissions Gap Report der Vereinten Nationen. Der UNEP-Bericht wurde am Dienstag in Genf vorgelegt. 2015 wurde in Paris beschlossen, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad (Zwei-Grad-Ziel) im Vergleich zu 1880 zu beschränken. Das Ziel von höchstens zwei Grad durchschnittlicher Erwärmung gilt als äußerste Grenze, um katastrophale Klimafolgen abzuwenden.

Werden nur die derzeitigen nationalen Selbstverpflichtungen der Pariser Vertragsstaaten umgesetzt, steuert die Welt auf eine globale Erwärmung von mindestens drei Grad zu. Katastrophen wie das Abschmelzen der Permafrostböden, starkes Ansteigen des Meeresspiegels oder das Austrocknen des Amazonas-Regenwaldes wären die Folge. Deshalb hatte man sich in Paris bereits darauf geeinigt, die Erderwärmung bereits bei 1,5 Grad zu stoppen. Das sind nur noch 0,4 Grad Unterschied zu heute. 2016 war das heißeste Jahr seit Beginn der Messungen 1880 und sogar das dritte Jahr in Folge, das den Rekord gebrochen hat. Nichts spricht dagegen, dass sich 2017 direkt in diese Rangliste einreiht.

Auch ein Bericht der Weltorganisation für Meteorologie zeigt aufdass die CO2-Konzentrationen 2016 noch schneller anstiegen als gewöhnlich und klärt auf, worauf dieser Anstieg zurückzuführen ist.

UNEP-Bericht drängt auf weniger CO2-Ausstoß

Der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen ist in den letzten Jahren stabil geblieben. Aktuell liegt der globale CO2-Ausstoß bei 35,8 Gigatonnen. Die gesamten Treibhausgasemissionen übersteigen sogar die Marke von 50 Gigatonnen. Weiterhin ein großer Kritikpunkt ist die Kohlekraft. Blieben alle Kohlekraftwerke der Welt bis an das Ende ihrer geplanten Laufzeit in Betrieb, ergibt sich bereits ein CO2-Ausstoß von 190 Gigatonnen. Zählt man noch die in Bau befindlichen oder geplanten Kraftwerke hinzu, verdoppelt sich der Wert beinahe auf etwa 340 Gigatonnen.

Zwei-Grad-Ziel

Um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, dürften im Jahr 2030 nur noch 42 Gigatonnen Treibhausgase ausgestoßen werden. Zum Erreichen der 1,5-Grad-Marke sind es 37 Gigatonnen CO2-Äquivalent.

Auch die schweren Stürme in der Karibik und in den USA sind eine Folge der Erderwärmung. Zukünftig könnten sich derartige Naturkatastrophen häufen. Relevant ist der UNEP-Bericht ganz besonders für die nächsten Wochen. Vom 6. bis zum 17. November treffen sich die Vereinten Nationen in Bonn zur nächsten Weltklimakonferenz. Die Teilnehmer sollten sich schleunigst auf wirksame Maßnahmen einigen.

Der Bericht zeigt auch Lösungsansätze auf, wie Staaten Treibhausgase vermeiden können. Erneuerbare Energien, mehr Energieeffizienz und Aufforstung könnten mit geringen Kosten umgesetzt werden oder sogar Gewinne bringen, so die Autoren.

Quelle: UNEP