E-Bike durch Rädertausch

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Die Möglichkeit das eigene Fahrrad in ein E-Bike alias Pedelec umzubauen, besteht theoretisch zwar schon länger, war aber bisher auf jeden Fall mit einigem Aufwand verbunden. Nach Ankündigungen der in Bremen ansässigen proEco Neue Mobilität GmbH soll das ab 1. Juni 2012 sehr viel einfacher werden, denn dann bringt das Unternehmen ein Vorderrad namens „Roola“ auf den Markt. Und mit diesem sollen sich Fahrräder im Handumdrehen elektrifizieren lassen.

Das 8,6 Kilogramm schwere und 26 Zoll große Vorderrad ist mit einem bürstenlosen Radnabenmotor (24 Volt, 350 Watt) ausgestattet und wird einfach statt dem alten Vorderrad montiert. Eine integrierte 24-Volt-Lithium-­Batterie mit elf oder 8,8 Amperestunden speichert und liefert die nötige Energie. Die Steuerung des Motors erfolgt über eine kabellose Fernbedienung. Diese wird auf dem Lenker montiert und verfügt über einen LCD-Bildschirm, der Akkustand und Leistung anzeigt. Als Reichweite von „Roola“ gibt der Hersteller 65 Kilometer an und die Höchstgeschwindigkeit soll bei 24 Kilometer pro Stunde liegen. Detailliertere Informationen dazu wird es wohl noch in den nächsten Monaten geben.

Neben dem bald in vielen verschiedenen Farben erhältlichen Vorderrad „Roola“, das aus jedem Fahrrad ein Pedelec macht, hat proEco auch drei „herkömmliche“ Elektroroller im Angebot. Alle Modelle verfügen über einen 2.000 Watt starken Radnabenmotor mit einer Reichweite von 70 Kilometern. Während „Emilia“ durch einen schicken Retro-Look besticht, ist das Design des Elektrorollers „Emil“ eher futuristisch angehaucht. Der dritte Roller namens „Emma“ ist gleich mit drei verschiedenen Ausstattungen erhältlich und vielen verschiedenen Farben erhältlich.

Alternative „Copenhagen Wheel“?

Dass auch andere Hersteller sich Gedanken über einen einfacheren Umbau von Fahrrädern zu E-Bikes machen, zeigt das „Copenhagen Wheel“, das vom SENSEable City Lab des MIT schon im Jahr 2009 auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen präsentiert wurde. Es funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip, allerdings wird hier das Hinterrad ausgetauscht. Außerdem wird das Rad direkt mit einem Smartphone synchronisiert und zeigt vielfältige Informationen über Kalorienverbrauch, Umwelt- oder Streckendaten an.

Mir persönlich gefällt das “Copenhagen Wheel“ fast noch besser als „Roola“, aber da seit der Präsentation schon einige Zeit vergangen ist, darf man durchaus skeptisch sein, ob es jemals wirklich im Handel erhältlich sein wird.

Matthias Schaffer

 

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