„Zu gut für die Tonne!“

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Wer Lebensmittel wegwirft, vergeudet wertvolle Ressourcen wie Wasser, Energie und Boden und nicht zuletzt die Arbeit, die viele Menschen in die Erzeugung, Verarbeitung und den Transport investiert haben. Es ist also nicht nur das Brot, Obst oder der Käse, der im Mülleimer landet. Die Initiative „Zu gut für die Tonne!“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) informiert über den Ressourcen-verbrauch bei der Herstellung von Lebensmitteln und gibt Tipps wie unnötige Verschwendung vermieden werden kann.

Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, werfen wir weg. Pro Person und Jahr sind das rund 82 Kilogramm Lebensmittel-abfall. Diese Menge setzt sich zusammen aus 26% Gemüse, 18% Obst, 15% Backwaren, 12% Speisereste, 8% Milchprodukte, 7% Getränke, 6% Fleisch und Fisch, 5% Teigwaren und 3% andere Lebensmittel.

Fast 90 Prozent der Bürger ist die Verschwendung von Ressourcen beim Wegwerfen von Lebensmitteln bewusst. Das ergab 2014 eine Umfrage der GfK im Auftrag des BMEL. Aber warum landet dann trotzdem so vieles im Müll?

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Lebensmittel sind fast immer und überall verfügbar. Wie viel Arbeit und Ressourcen wirklich in den Produkten stecken, ist schwer erfassbar. Wir haben die Wertschätzung für unsere Lebensmittel verloren. Der schnelle Einkauf bestimmt den Alltag. So tappen wir in viele, vermeidbare Wegwerf-fallen: Wir kaufen mehr, als wir brauchen. Wir lagern Lebensmittel nicht richtig. Wir prüfen nicht, ob Produkte mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum noch genießbar sind. Wir kochen zu viel und machen nichts aus den Resten. Das sind laut der vom BMEL zitierten Studien, die häufigsten Ursachen für Lebensmittelverschwendung.

 Lebensmittelverschwendung Grafik BMEL

Rund zwei Drittel davon wären vermeidbar. Wie sich Lebensmittelabfälle reduzieren lassen, zeigt die Initiative des BMEL. Akteure aus Industrie, Handel, Gastronomie und Landwirtschaft sowie Verbraucherverbände, Kirchen und NGOs unterstützen die Initiative.

1000 Liter Wasser stecken in einem Kilo Brot

„Zu gut für die Tonne!“ veranschaulicht beispielsweise wie viele Ressourcen in welchen Lebensmitteln stecken: Für ein Kilogramm Äpfel werden etwa 700 Liter Wasser benötigt, rund zwei Drittel davon sind für das Wachstum nötig, ein Drittel für Lagerung, Transport und Verarbeitung. Darüber hinaus entstehen für die Produktion, den Transport und die Kühlung von Äpfeln pro Kilogramm rund 513 g des klimawirksamen Kohlenstoffdioxids – CO2.

Auch für die Herstellung eines Brotes sind viele Arbeitsschritte und Ressourcen nötig. Sechs bis zehn Monate wächst das Getreide, bis zur Ernte. Jedes Weizenkorn benötigt Wasser und auch für die Teigherstellung wird Wasser benötigt. So kommen rund 1.000 Liter Wasser für ein Kilogramm Brot zusammen. Um wachsen zu können benötigt das Getreide für diese Menge Brot knapp zwei Quadratmeter Fläche.

Darüber hinaus stellt die Initiative Tipps für den Einkauf, die Lebensmittellagerung und -haltbarkeit sowie Rezepte für eine optimale Resteverwertung zur Verfügung.

Material für Schulen, Gastronomie und Privatpersonen

Die Datenbank für Beste Reste bietet kreative Kochideen und wird regelmäßig mit neuen Rezepten ergänzt. Neben dem Informationsmaterial für interessierte Privatpersonen gibt es unter zugutfuerdietonne.de auch kostenloses Material für den Schulunterricht, Veranstaltungen und Aktionen mit dem Schwerpunkt Lebensmittelverschwendung, wie Infobroschüren, Poster, Aufkleber und andere Printprodukte sowie Material zum selber Ausdrucken.

Für die Gastronomie gibt es Tipps und Material rund um das Thema „ Beste-Reste-Boxen“ zum Mitnehmen von Speisen. Wenn das „Doggie-Bag“ auch in Deutschland salonfähig gemacht wird, können sich in Zukunft viele Restaurantbesucher über eine zusätzliche Mahlzeit für Zuhause freuen, falls die Portion mal wieder zu groß für den Hunger im Restaurant war. Bisher landen diese Reste meist im Abfall.

reste box

Der kleine Lebensmittelretter als App

Mithilfe der Lebensmittelretter-App können Verbraucher mit prominenter Unterstützung Lebensmittel vor der Tonne retten und finden Antworten auf die Frage „Was tun mit Resten aus der Küche?“. 50 Spitzenköche und Prominente haben dem Bundesverbraucherministerium ihre besten Ideen und Tipps zur Verfügung gestellt.

Neben kreativen Ideen für Rezepte gibt die App aber auch zahlreiche Tipps zum Umgang mit Lebensmitteln: vom cleveren Einkauf bis zur richtigen Aufbewahrung. Wer den Besuch im Supermarkt mit der App plant, bringt mit einem interaktiven Einkaufszettel Übersicht in den nächsten Einkauf und erhält Hilfe bei den benötigten Mengen für die gewünschte Personenzahl. Ein gut geplanter Einkauf ist die beste Vorsorge, um Reste zu vermeiden. Wer für den Wocheneinkauf gleich mehrere Rezepte plant, wird mit einem systematisch sortierten Einkaufszettel unterstützt, der den Kunden zeitsparend durch das Geschäft leitet.

Ein umfangreiches Verzeichnis in der App gibt Tipps zur Haltbarkeit und zur geeigneten Aufbewahrung der Lebensmittel. Was viele nicht wissen: Jeder Kühlschrank hat verschiedene Kältezonen. Unten ist es am kühlsten, nach oben steigt die Temperatur an. Obst und Gemüse gehören ganz nach unten ins Gemüsefach, Fisch und Fleisch auf die unterste Ablage, Milchprodukte auf die mittlere, Käse auf die oberste. Eier, Butter und Getränke haben ihren Platz in der Tür. Mit Ausnahme von Obst und Gemüse sollte alles gut verpackt sein.

Informationen:
Kampagnenseite und App
Material Download

 

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