WWF Living Amazon Report

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Waldzerstörung Brasilien
Waldzerstörung Brasilien

Die Abholzung von Regenwäldern wurde bereits vor Jahrzehnten als ein Problem mit globalen Folgen erkannt. Ob wegen des Holzes oder für Felder, viele Bäume sind bereits dem rücksichtslosen Vorgehen von Menschen und Unternehmen zum Opfer gefallen und in den nächsten Jahren werden sicher noch weitere hinzukommen. Von besonderem Interesse ist dabei das Amazonasgebiet, das mit 5.500.000 km² das größte Regenwaldgebiet weltweit darstellt – die Lunge der Erde.

Doch wurden in den letzten 50 Jahren jedoch rund 40 Prozent des Waldes zerstört und viele Arten, ob Flora oder Fauna, an den Rand des Aussterbens gebracht. In seine neuen „Living Amazon Report“ weist der WWF darauf hin, dass weitere rund 6,5 Millionen Hektar, was in etwa der doppelten Fläche Mecklenburg-Vorpommerns entspricht, durch Plänen für den Ausbau von Infrastruktur, landwirtschaftlichen Flächen und Bergbauaktivitäten gefährdet sind.

Insbesondere die zunehmenden Aktivitäten im Bereich Bergbau und zur Förderung fossiler Energieträger sind dem WWF zufolge kritisch. So zählen Umweltschützer mehr als 800 erteilte Öl-, Gas- und Bergbaukonzessionen im Amazonas-Biom innerhalb von Schutzgebieten. Dazu kommen 6.800 beantragte Konzessionen, über die noch entschieden wird. Des weiteren gibt es Pläne für mehr als 250 Dammprojekte sowie über 20 große Straßenprojekte durch bislang unberührte Wälder. Diese Dämme können das Wassersystem sowie die es bewohnenden Arten empfindlich stören, während der Straßenbau wie ein Brandbeschleuniger der Abholzung wirkt. So würden Gebiete, die bislang als unerreichbar galten, für Menschen und Aktivitäten aller Art zugänglich.

„Statt der Plünderung einen klaren Riegel vorzuschieben genehmigt die Politik immer mehr Großprojekte, für die Wald und indigene Völker weichen müssen“, kritisiert Roberto Maldonado, Brasilien-Referent beim WWF Deutschland. Deutschland selbst trägt Maldonado zufolge eine Mitverantwortung bei der Brandrodung: „Unser Konsumverhalten in Deutschland, aber auch die Geschäfte deutscher Unternehmen tragen dazu bei, dass der Druck auf Schutzgebiete am Amazonasregenwald steigt“, so Maldonado. Auf der einen Seite importierten Firmen aus Deutschland Eisen und Mineralien aus dem Amazonas, während auf der anderen Seite Unternehmen aus dem Energiesektor sich an dem Bau der Dämme beteiligen, sowie auch deutsche Banken und Versicherungen, wenn es um deren Finanzierung und Absicherung gehe.

Der WWF fordert in dem Report den Stopp jeglicher ökonomischer Tätigkeiten in Schutzgebieten sowie klare Standards bei Unternehmen, die diese Aktivitäten künftig ausschließen. Ein Lichtblick ist, dass rund die Hälfte des größten Regenwaldgebiets der Erde unter Schutz stehen, großteilig im Rahmen des brasilianischen ARPA-Programms („Amazon Region Protected Areas“). Diese wird seit einiger Zeit nun auch in Peru und Kolumbien nachgeahmt.

 

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