WormUp – die etwas anderen “Haustiere”

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WormUs
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In der Europäischen Union fallen jährlich zwischen 118 und 138 Millionen Tonnen Bioabfall an, von denen rund 88 Millionen Tonnen aus Siedlungsabfällen stammen. In Deutschland waren es im Jahr 2013 etwa 9,0 Millionen Tonnen biogene Siedlungsabfälle, zu denen hauptsächlich Bio- und Grünabfälle aus Haushalten und Gewerbe sowie Speiseabfälle zählen. Diese Abfälle landen in vielen deutschen Haushalten entweder in der Mülltonne oder, wenn vorhanden, auf dem Kompost. Doch ist letzteres für viele Menschen, gerade wenn sie in der Stadt leben, kaum möglich. Dabei hätte privates Kompostieren so viele Vorteile. Dies hat sich auch das schweizer Start-Up Unternehmen „WormUp“ gedacht und eine intelligente Lösung für dieses Problem gefunden.

Das Team aus Zürich hat eine Kompostier-Tonne für zu Hause entworfen, mit der der Öko-Städter von morgen seinen biologisch abbaubaren Restmüll selbst zu Dünger verarbeiten kann – und das mit Hilfe von Würmern. Genauer gesagt ist der Eisenia fetida (Red Wiggler), auch unter den Namen Kompost-, Mist- oder Stinkwurm bekannt, für die geruchlose Verwandlung des Biomülls zu Bio-Dünger zuständig. Etwa 1000 Würmer werden für einen 1-3 Personenhaushalt und ein Kompostier-System von der Grösse 40cmx30cm empfohlen. Diese fressen bis zu 2.5kg organischen Abfall pro Woche und vermehren sich dabei unter guten Bedingungen, sodass es bei „guter Haltung“ keiner Nachkäufe an Würmern bedarf.

WormUp führt auch einen Blog, in dem das Team unter anderem beschreibt, wie die Würmer zu „füttern“ sind, was sie mögen, was sie nicht fressen und auf was man bei der „Haltung“ achten muss, wie Temperaturen und Feuchtigkeit. Das Ganze erscheint eher wie ein alternatives Haustier, und nicht wie eine nachhaltige Alternative zur Biotonne. Denn durch den kleinen Heimkomposter spart man sich zum einen die Kosten für die Bio-Tonne. Zudem wird das CO2, das sonst durch den Transaport des Mülls anfällt, eingespart, man erhält kostenlosen Biodünger für die eigenen Pflanzen und, wenn man so will, Haustiere, die vielleicht nicht unbedingt zum Kuscheln geeignet, aber dafür sehr leicht zufrieden zu stellen und nützlich sind.

Die Tonne besteht aus drei Etagen, wobei die unterste jeweils nach der Leerung wieder oben eingesetzt wird und neu mit Abfällen gefüllt werden kann. Bei einer Dauer des Umwandlungsprozesses von 2-3 Monaten und drei Etagen, könnte so nach einer 3-monatigen Anlaufzeit jeden Monat frischer Dünger „geerntet“ werden.

Aktuell sind erst einmal nur die Würmer erhältlich, der Vertrieb der Kompostier-Tonne soll im nächsten Jahr beginnen. Schon jetzt hat Worm-Up einige Fans gefunden, sodass die Start-Up-Kampagne das Crowdfunding-Ziel von 32.000 Franken längst überschritten hat. Leider werden die Würmer und auch später die Tonnen erst einmal nur in Zürich vertrieben. Doch ist zu hoffen, dass dieses Konzept seinen Weg auch in deutsche Haushalte findet.

Quellen:
http://www.wormup.ch/
http://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/WormUp-aus-Bio-Muell-wird-Duenger/-/id=47428/did=3878206/63f2io/
http://www.bmub.bund.de/themen/wasser-abfall-boden/abfallwirtschaft/statistiken/bioabfaelle/

 

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