Die Stadt als zukünftige Rohstoffmine

Urban mining

Die Nachfrage nach mineralischen Rohstoffen war noch nie so hoch wie heute. Grund ist der angestiegene Verbrauch in den Schwellenländern aber auch die Entwicklung neuer Technologien. Eine Lösung für zu erwartende Engpässe hierfür bietet das Urban mining.

Das Urban mining soll Rohstoffe, die in unseren Städten verbaut und benutzt werden, identifizieren, wiedergewinnen und in den Kreislauf zurückführen. Diese Methode soll nicht nur auf die bereits vorhandenen Rohstoffe in unseren Städten angewendet werden, sondern vor allem auf die in der Zukunft genutzten Materialien übergreifen. Und dies scheint auch notwendig, denn die globale Nachfrage nach Spezial-Metallen oder seltenen Erden wird sich nach Schätzung von Experten bis 2030 verdreifachen. Und mit dem Recycling unterschiedlicher Abfälle, so haben Forscher im Auftrag des Naturschutzbundes errechnet, ließen sich seit 1990 über 46 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen.

So verarbeitet die Industrie seit Jahrzehnten Schrott immer wieder zu neuem Metall. Ebenso lassen sich aus Bauschutt Materialien für weitere Bauzwecke gewinnen. Und jedem ist das Recycling von Glas, Papier und Kunststoff in Deutschland bekannt. Folglich können Städte als wahre Rohstoffmine betrachtet werden und diese gilt es natürlich zu nutzen. Um das Konzept des Urban mining erfolgreich umzusetzen sind nicht nur Städteplaner und Produktentwickler gefragt, sondern auch Architekten, Anlagenbauer und Ingenieure sind für die Reduktion des ökologischen Rucksacks, den jedes Produkt mit sich trägt, verantwortlich. Der ökologische Rucksack nämlich kumuliert sämtliche Auswirkungen, die ein Produkt auf seine Umwelt hat: von der Rohstoffgewinnung, über Herstellung und Logistik bis hin zu Nutzung und anschließender Entsorgung.

Beispielhaft an die Methode des Urban mining herangehen möchte jetzt das Management Institut Dortmund (MID). Für das Ruhrgebiet zeichnet sich hierbei eine Chance ab, wirtschaftlich wieder zu wachsen, Unternehmen anzuziehen und damit den Strukturwandel von einer Industrieregion zu einer IT- und Medienregion zu vollenden. Doch das Projekt kostet zunächst viel Zeit, Energie und Umweltbewusstein, wie auch die Etablierung des Urban mining in allen Städten. Wird diese Hürden genommen, so lässt sich durch die neue Methode der befürchtete Rohstoffmangel nicht nur bremsen, sondern auch Städte autark und wirtschaftlich unabhängiger machen. 

Luisa Egenlauf

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