Südkorea investiert in erneuerbare Energien

Südkorea; Bild: shutterstock

Die Nachfrage nach elektrischem Strom in Südkorea wird mittelfristig weiter steigen. Das Land will daher seine Stromerzeugung weiter ausbauen. Neue Pläne sehen bis 2024 eine Erhöhung der Kraftwerkskapazitäten um mehr als 35 Gigawatt vor. Neben der Kernkraft soll auch der Anteil erneuerbarer Energien deutlich zunehmen. Die vorgestellten Projekte haben einen Gesamtwert von umgerechnet mehr als 30 Milliarden Euro. Deutsche Technik ist in einigen Bereichen, zum Beispiel bei der Anwendung der Photovoltaik, gut etabliert.

Verstärkte Nutzung von Wind-, Solar- und Meeresenergie

Bei den erneuerbaren Energien setzt das Land besonders auf den Ausbau der Nutzung der Wind-, Solar- und Meeresenergie. Der Anteil der Wasserkraft und sonstiger erneuerbarer Energien (Müllverbrennung) an der Stromerzeugung soll von 1,3 Prozent im Jahr 2010 auf 8,9 Prozent im Jahr 2024 zunehmen. Trotz zahlreicher geplanter neuer Kohle- und Flüssiggaskraftwerke dürfte die relative Bedeutung konventioneller Stromerzeugung in den nächsten Jahren abnehmen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren.

Bei den Erweiterungsplänen ist Südkorea auf ausländische Technik angewiesen. Aber auch die Nutzung eigener Produkte wird vorangetrieben. So baut das Land nicht nur im Inland zahlreiche neue Kernkraftwerke, sondern exportiert diese mittlerweile auch in Drittländer. Darüber hinaus investieren Unternehmen, unter anderem aus dem Schiffbau und der Elektronik, in die Entwicklung von Anlagen für erneuerbare Energien, wie Solarzellen, Windräder und Brennstoffzellen. Bei Photovoltaik-Zellen finden auch signifikante Importe aus Deutschland statt.

Deutsche Firmen in Südkorea sehr präsent

Die Bedeutung von Südkorea als Abnehmer von Kraftwerkstechnik geht über den eigenen Markt hinaus. Denn auch bei Projekten koreanischer Firmen auf Drittmärkten, beispielsweise im Nahen Osten, sind deutsche Firmen beteiligt. Nach wie vor stellen die Tochterfirmen der Korea Electric Power Corporation (KEPCO) den Großteil der Kraftwerkskapazitäten des Landes.

2001 war diese in sechs Untergesellschaften aufgeteilt worden, von denen eine Gesellschaft die Kernkraft- und die Wasserkraftwerke und die anderen die konventionellen Kraftwerke betreiben. Eine geplante Privatisierung des Unternehmens wie auch des Verteilungsnetzes wurde jedoch verschoben. Im Juli 2004 beschloss die Regierung, die Privatisierung im Stromsektor auf die Erzeugung zu begrenzen und die Eigentumsrechte an den Transmissions- und Verteilungsnetzen der KEPCO zu behalten.

Daniel Seemann

Add comment

Über das CleanEnergy Project

Das CleanEnergy Project ist ein non-profit Online-Magazin für alle Menschen auf der Suche nach mehr Nachhaltigkeit.

Das Team von CleanEnergy Project will Gestalter und nicht nur Zuschauer unserer Zeit sein.

Wir heißen alle willkommen, die sich uns als Autoren unserer Zeit anschließen möchten und bieten dafür unsere Plattform, das CleanEnergy Project.