Studie belegt Unwirtschaftlichkeit von Atomkraft

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In Durban hat die 17. Weltklimakonferenz begonnen. Vom 28. November bis zum 9. Dezember 2011 wird in Südafrika über die Zukunft des internationalen Klimaschutzes diskutiert. Gerade rechtzeitig präsentieren unsere österreichischen Nachbarn ihre Studie zu CO2-Emission und Energiebilanz von Atomkraftwerken. Das Ergebnis: Weder Klimafreundlichkeit noch Wirtschaftlichkeit kann sich die Atomenergie auf die Fahne schreiben.

Österreichs Energieagentur und das Ökologie-Institut machen in ihrer Studie „Energiebilanz der Nuklearindustrie“ deutlich, dass die Kernenergie in Sachen Klimaschutz keine Lösung bietet. Im Gegenteil, Atomstrom verursacht mehr CO2, als Strom aus regenerativen Quellen und auch der Rohstoff Uran, der zur Stromgewinnung im Kernkraftwerk benötigt wird, neigt sich ebenso dem Ende, wie Erdöl. Zwar liegt der Uranerzgehalt, der weltweit derzeit noch verfügbar ist bei durchschnittlich 0,1 Prozent, die Versorgung mit Uran würde für ein jetzt erbautes Kraftwerk aufgrund der Reduktion des

Erzgehalts jedoch nicht bis zum Ende seiner Nutzungszeit ausreichen. Je geringer der Erzgehalt, desto höher die CO2-Emissionen, die durch die Kernkraft verursacht werden. Bei 0,1 Prozent verfügbaren Erzgehalts liegen die Emissionswerte bei rund 26 Gramm CO2 je Kilowattstunde Atomstrom. Sinkt dieser auf 0,01 Prozent ab, so erhöhen sich gleichzeitig die CO2-Emissionen auf 210 Gramm CO2 je Kilowattstunde. Schuld daran ist der steigende Energieaufwand, der für den Abbau des Uranerzes nötig wird und der wirkt sich entsprechend negativ auf die Gesamtbilanz aus.

Auch die Kosten, die zur Vermeidung von CO2-Emissionen für Atomkraftwerke nötig sind, liegen deutlich höher, als bei anderen Technologien. Dennoch hält sich hartnäckig die Meinung, Atomstrom sei eine billige Möglichkeit, CO2-armen Strom zu produzieren. Ein Aspekt, der teilweise zutreffend ist, zumindest dann, wenn die vielen direkten und indirekten Subventionen nicht mit einbezogen werden.

Doch das ist längst nicht das einzige Problem, denn neben den Klimaschutzaspekten ist es vor allem die Sicherheit der Kernkraftwerke, die die Atomstromgewinnung zu einer riskanten Angelegenheit macht. Von den hochradioaktiven Abfallprodukten und ihrer Endlagerung einmal ganz abgesehen! Die Studie macht deutlich, dass weder Energiesicherheit noch die Erreichung der Klimaziele durch Atomstrom zu erreichen ist.

Judith Schomaker

2 Bemerkungen

  • Ich bin auf diesem Forum weil ich Atomenergie nicht so toll finde, aber dieser Bericht ist es auch nicht.

    “Im Gegenteil, Atomstrom verursacht mehr CO2, als Strom aus regenerativen Quellen”
    Eine sehr logische Aussage – aber nur auf den ersten Blick – tatsächlich ist das aber momentan keineswegs der Fall (Photovoltaik 3 bis 20x höher als Atom -> s. studie)

    “Auch die Kosten, die zur Vermeidung von CO2-Emissionen für Atomkraftwerke nötig sind, liegen deutlich höher, als bei anderen Technologien.”
    Kosten für Vermeidung von CO2 Emissionen?
    Vergleicht man die Substitution von Atomstrom mit der Substitution von Kohle jeweils mit EE, dann sind die Kosten für die Vermeidung der spezifischen CO2-Emissionen pro KWel größer, deshalb weil Atomstrom pro kWel weniger CO2-E emittiert. Aber ehrlich, macht diese Betrachtung überhaupt Sinn?

    “Dennoch hält sich hartnäckig die Meinung, Atomstrom sei eine billige Möglichkeit, CO2-armen Strom zu produzieren. Ein Aspekt, der teilweise zutreffend ist, zumindest dann, wenn die vielen direkten und indirekten Subventionen nicht mit einbezogen werden.” Das stimmt, aber die Begründung liegt nicht in den Subventionen sondern in der Summe von Wahrscheinlichkeit eines GAUs mal dem entstehenden Schaden. Vernachlässigt man diese Tatsache (wie es oft gemacht wird) ist es tatsächlich eine billige Möglichkeit CO2-armen Strom zu produzieren.

    “Bei 0,1 Prozent verfügbaren Erzgehalts liegen die Emissionswerte bei rund 26 Gramm CO2 je Kilowattstunde Atomstrom. Sinkt dieser auf 0,01 Prozent ab, so erhöhen sich gleichzeitig die CO2-Emissionen auf 210 Gramm CO2 je Kilowattstunde.”
    210g hört sich sehr viel an – aber nur weil Sie vergessen zu erwähnen, dass Öl und Kohle 600–1200 gCO2/kWhel verursachen.

    “Die Studie macht deutlich, dass weder Energiesicherheit noch die Erreichung der Klimaziele durch Atomstrom zu erreichen ist.”
    Nicht mit neuen Kraftwerken. Aber wird diese Aussage tatsächlich auch für bestehende Kraftwerke mit Laufzeit bis 2030/40 getroffen?

  • Ich bin auf diesem Forum weil ich Atomenergie nicht so toll finde, aber dieser Bericht ist es auch nicht.

    “Im Gegenteil, Atomstrom verursacht mehr CO2, als Strom aus regenerativen Quellen”
    Eine sehr logische Aussage – aber nur auf den ersten Blick – tatsächlich ist das aber momentan keineswegs der Fall (Photovoltaik 3 bis 20x höher als Atom -> s. studie)

    “Auch die Kosten, die zur Vermeidung von CO2-Emissionen für Atomkraftwerke nötig sind, liegen deutlich höher, als bei anderen Technologien.”
    Kosten für Vermeidung von CO2 Emissionen?
    Vergleicht man die Substitution von Atomstrom mit der Substitution von Kohle jeweils mit EE, dann sind die Kosten für die Vermeidung der spezifischen CO2-Emissionen pro KWel größer, deshalb weil Atomstrom pro kWel weniger CO2-E emittiert. Aber ehrlich, macht diese Betrachtung überhaupt Sinn?

    “Dennoch hält sich hartnäckig die Meinung, Atomstrom sei eine billige Möglichkeit, CO2-armen Strom zu produzieren. Ein Aspekt, der teilweise zutreffend ist, zumindest dann, wenn die vielen direkten und indirekten Subventionen nicht mit einbezogen werden.” Das stimmt, aber die Begründung liegt nicht in den Subventionen sondern in der Summe von Wahrscheinlichkeit eines GAUs mal dem entstehenden Schaden. Vernachlässigt man diese Tatsache (wie es oft gemacht wird) ist es tatsächlich eine billige Möglichkeit CO2-armen Strom zu produzieren.

    “Bei 0,1 Prozent verfügbaren Erzgehalts liegen die Emissionswerte bei rund 26 Gramm CO2 je Kilowattstunde Atomstrom. Sinkt dieser auf 0,01 Prozent ab, so erhöhen sich gleichzeitig die CO2-Emissionen auf 210 Gramm CO2 je Kilowattstunde.”
    210g hört sich sehr viel an – aber nur weil Sie vergessen zu erwähnen, dass Öl und Kohle 600–1200 gCO2/kWhel verursachen.

    “Die Studie macht deutlich, dass weder Energiesicherheit noch die Erreichung der Klimaziele durch Atomstrom zu erreichen ist.”
    Nicht mit neuen Kraftwerken. Aber wird diese Aussage tatsächlich auch für bestehende Kraftwerke mit Laufzeit bis 2030/40 getroffen?