So viel Strom verbraucht Google

Bei Google in Chicago; Foto: Google

Nicht zuletzt um seinen Konkurrenten möglichst keine konkreten Anhaltspunkte über das Ausmaß des eigenen Wachstums zu liefern, hatte Google in den letzten Jahren ein Geheimnis aus seinem Stromverbrauch gemacht. Dieses wurde nun gelüftet, denn das Unternehmen hat erstmals Zahlen veröffentlicht, die Licht ins Dunkel des Googelschen Energiebedarfs bringen.

Demnach verbrauchte der Konzern im Jahr 2010 – inklusive aller Dienste wie Google-Mail oder der Videoplattform Youtube – rund 2,26 Milliarden Kilowattstunden Strom. Laut einem Beitrag des Magazins Spiegel entspricht das einer Großstadt mit 200.000 Haushalten oder „dem Viertel der Produktionsleistung eines Atomkraftwerks“, also unbestritten einer gewaltigen Menge Energie!

25 Prozent des Stroms stammten laut Google 2010 allerdings bereits aus erneuerbaren Energien und bis 2012 sollen es mindestens gar 35 Prozent sein. Außerdem hält sich Google selbst zu Gute, dass die Nutzung von seinen Diensten sehr viel Energie spart, denn beispielsweise müsse man längst nicht mehr mit dem Auto zur Bibliothek fahren, um an bestimmte Informationen zu gelangen. Und Dank Investitionen in Solarenergie und Windparks und dem Kauf von Schadstoffzertifikaten funktionieren laut dem Unternehmen mittlerweile alle Google-Dienste ohnehin kohlendioxidneutral.

Vielfach diskutiert und geschätzt wurde in den letzten Jahren auch der Stromverbrauch einer Suchanfrage bei Google. Dabei kam das Unternehmen zumeist nicht besonders gut weg und bekam langsam aber sicher den Ruf eines Klimasünders zugesprochen. Eine häufig zitierte Schätzung amerikanischer Forscher ist etwa, dass eine Anfrage bei der Google-Suchmaschine in etwa „so viel Strom wie eine Energiesparlampe pro Stunde“ (rund vier Wattstunden) verbraucht und dabei zwei Gramm CO2-Emissionen verursacht.

Dem setzt Google nun folgende Zahlen entgegen: 100 Suchen entsprechen einer Stunde Betrieb eines 30 Watt-Laptops oder 28 Minuten einer 60 Watt-Glühbirne und dabei werden 20 Gramm CO2 emittiert. Pro Google-Suche ergäbe sich somit ein Stromverbrauch von 0,3 Wattstunden und ein Ausstoß von 0,2 Gramm CO2, also DEUTLICH weniger! Den durchschnittlichen Monatsverbrauch der Google-Rechner für einen typischen Nutzer vergleicht der zuständige Manager Urs Hoelzle im Firmenblog mit dem dreistündigen Betrieb einer Glühbirne, wobei für den effektiven Verbrauch allerdings noch Rechner und Internetzugang des Nutzers mit eingerechnet werden müssten.

Wer sich für nähere Details des Stromverbrauches von Google interessiert, findet diese auf der von dem Konzern eigens dafür eingerichteten Webseite Google Green – The Big Picture. Diese steht bisher zwar nur englischsprachig zur Verfügung, ist aber sehr schön und übersichtlich aufbereitet und daher auch so recht gut verständlich.

Matthias Schaffer

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