Smart Cities – Nachhaltige Zukunft der Stadt(-werke) Teil 7

Smart Grids – Intelligente Anreizsteuerung für intelligente Stromnetze und Verschmutzung der Netzqualität

Erste Schritte sind bereits in diese Richtung eingeleitet worden: Der Einbau von intelligenten Stromzählern ist bei Neubauten und grundsätzlichen Renovierungen seit Anfang des Jahres gesetzlich vorgeschrieben. Sie geben den momentanen Stromverbrauch an und eröffnen die Möglichkeit der gezielteren Verbrauchssteuerung.

Doch Smart Meter kosten das Doppelte, als sie im Jahr einsparen und dienen noch nicht der Einspeisesteuerung. Ein Haushalt spart mit einem intelligenten Stromzähler maximal 50 Euro pro Jahr, den Niemand wird nachts kochen, weil der Strom dann weniger kostet. Nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) müssen die Versorger bis Ende des Jahres tageszeitabhängige Tarife anbieten. Dies wird zur Dynamisierung der Wechselbereitschaft der Kundengruppe der 30 bis 50-Jährigen, insbesondere der internetaffinen Kunden beitragen.

Die Politik ist gefordert ein Anreizsystem für Smart Grids, Smart Meter zu schaffen, damit Investitionen durch die Stadtwerke, für Ihre Stadt, getätigt werden.  In Mühlheim an der Ruhr stattet RWE 116.000 Einwohner mit digitalen Stromzählern aus, um Erfahrungen zu sammeln. Eon will in diesem Jahr rund 1,8 Millionen dieser Geräte in Europa installiert haben.

Das „denkende“ Stromnetz soll ein intelligentes Verteilnetz von unterschiedlichen Einspeise –und Auspeisepunkten sein.

200.000 E-Fahrzeuge, die mit 40 Kilowatt Leistung am Netz hängen, könnten kurzfristig eine Leistung von acht Gigawatt zur Verfügung stellen – das ist mehr als Deutschland an Regelleistung benötigt, um Verbrauchsspitzen abzufedern.

Lastspitzen einer E-Mobil-Flotte, die durch ungeregeltes Aufladen entstehen, wirken sich jedoch direkt auf die Netzstabilität und auf die Energiebezugskosten aus. Elektrofahrzeuge können im künftigen Energienetz steuerbarer Verbraucher und dezentraler Erzeuger – also Produzent und Konsument zugleich sein.

Es gilt das Verhalten des Stromversorgungsnetzes zu erproben, wenn bei Zuschaltungen Oberschwingungen entstehen, die sich aufschaukeln und das bei 50 Hertz schwingende Stromnetz aus „dem Takt“ bringen.

Auf der dänischen Insel Bornholm werden diese Auswirkungen geprüft. Eine Flotte von Elektroautos übernimmt die Funktion von Pumpspeicherkraftwerken zum Ausgleich der Windkraft und stellt damit die Regelenergie auch bei wenig Wind zur Verfügung.

Stadtwerke oder smart cities, die diesen Weg gehen, sollten durch die Anreizregulierung belohnt werden. Es wird sich um die Energiewirtschaft eine neue Branche der Informations- und Kommunikationstechnik entwickeln. Firmen wie Siemens, Telekom, Cisco, Vodaphone aber auch IT-Zulieferer wie die GIP AG werden davon profitieren.

Dieter Lindauer

Add comment