Schulterschluss für schnellere und marktnähere Standardrichtlinien

Elektriker

IEEE, IAB, IETF, Internet Society und W3C laden weitere Standardorganisationen, Regierungen und Unternehmen ein, die Entwicklung globaler, offener Standards zu unterstützen und so Innovationen und grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu fördern. Besonders bei Themen wie der grenzübergreifenden Entwicklung und Etablierung eines Smart Grid ist ein solcher Ansatz entscheidend für den Erfolg.

Vergangene Woche gaben fünf große Standardorganisationen – Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), Internet Architecture Board (IAB), Internet Engineering Task Force (IETF), Internet Society (ISOC) und World Wide Web Consortium (W3C) – eine gemeinsame Erklärung heraus. Mit diesem gemeinsamen Vorstoß wollen Sie auf die Wichtigkeit eines gemeinsam entwickelten Modells zur Entwicklung globaler, freier Standards hinweisen. Bisher sind in vielen Ländern unterschiedliche Standards für Technologien gültig, nach denen sich Unternehmen bei der Entwicklung und dem Einsatz von Technologien richten müssen. Hinzu kommt, dass viele bisher angewendete Entwicklungsprozesse für Standards zu langwierig sind, um mit der Geschwindigkeit der Markt- und Technologieentwicklung mitzuhalten.

Ein Technologiebereich, der bei der Nachfrage nach solchen Standards in den nächsten Jahrzehnten eine entscheidende Rolle spielen wird, ist die globale Smart Grid-Entwicklung. Solche intelligenten Netze sollen den Ausbau von regionaler Energieerzeugung und -versorgung mit einem umfassenden Netzwerk für Zwei-Wege-Kommunikation und Kontrolle von der Energieproduktion bis zum Verbraucher unterstützen.

Die von den genannten Organisationen vertretenen ‚OpenStand‘-Richtlinien basieren auf den effizienten Standardisierungsprozessen, durch die das Internet zur Hauptplattform für Innovation und grenzüberschreitenden Handelsverkehr geworden ist. Die gemeinsame, offene Standardentwicklung fördert Wettbewerb und Kooperationen sowie Innovation und Kompatibilität und damit die Faktoren, die zu Markterfolg führen.

Die fünf Initiatoren laden andere Standardentwicklungsverbände, Regierungen, Firmen und Technologie-Innovatoren weltweit dazu ein, die Richtlinien, welche auf open-stand.org abgerufen werden können, zu befürworten.

Die Forderungen der OpenStand-Richtlinien sind:

  • Kooperation zwischen Standard-Entwicklungsorganisationen,
  • die Einhaltung der erforderlichen Prozesse, breiten Konsens, Transparenz, Ausgewogenheit und Offenheit in der Standardentwicklung,
  • eine Verpflichtung hinsichtlich technischem Wert, Kompatibilität, Wettbewerb, Innovation und gesellschaftlichem Nutzen,
  • freie Verfügbarkeit der Standards sowie
  • freiwillige Einführung.

„Eine neue Dynamik und der zunehmende Druck, der auf der globalen Industrie lastet, fördern den Wandel in der Entwicklung und Implementierung von Standards überall auf der Welt‟, so Steve Mills, Präsident der IEEE Standards Association. „Die zunehmende Globalisierung der Märkte, der schnelle technologische Fortschritt und die immer kürzere Zeit bis zur Marktreife von Produkten zwingen die Unternehmen, effizientere Lösungen für die Definition globaler Standards zu finden, welche die Expansion der globalen Märkte unterstützen. Die OpenStand-Richtlinien fördern ein effizienteres internationales Standardisierungsmodell, wie es die Welt unter den aktuellen Bedingungen benötigt.‟

Standards, die nach den OpenStand-Richtlinien entwickelt und eingeführt wurden, sind zum Beispiel die IEEE-Standards für die physische Internet-Konnektivität, IETF-Standards für die durchgängige globale Internet-Interoperabilität sowie die W3C-Standards für das World Wide Web sowie Design-Automatisierungsstandards, die den Weg für einen großen Fortschritt in der Definition komplexer Elektroniklösungen bereitet haben.

Wibke Sonderkamp

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