Russen bauen Gas-Kraftwerk in Sachsen-Anhalt

Russische Investoren wollen in der Nähe von Zeitz (Sachsen-Anhalt) ein Gas-Kraftwerk bauen, um den dortigen Industriepark mit Strom und Dampf zu versorgen. Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, investiert die GuD Zeitz GmbH 150 Millionen Euro in das Vorhaben. Hinter der GmbH steht die russische Holding-Gesellschaft Sintez Moskau, die im Bereich Energie, Erdölexploration und -förderung aktiv ist. Das Erdgas für das Kraftwerk in Zeitz wird von der Verbundnetz Gas AG aus Leipzig geliefert.

Sintez Moskau verfügt alleine in Russland über eine Stromkapazität von 2.600 Megawatt und eine Wärmekapazität von 12.000 Megawatt. Die Sintez-Holding sei auf ein weltweites strategisches Investment aus, so GuD-Geschäftsführer Klaus Driessen gegenüber der Mitteldeutsche Zeitung, und lasse bereits in Mazedonien ein Kraftwerk bauen.

Den Bau der neuen Anlage übernimmt die tschechische Firma Istromoravia, eine Tochter der Istro Energo Group Levice mit Sitz in der Slowakei. Baustart ist der Spätsommer dieses Jahres, 2012 soll die Anlage ans Netz gehen. Der in Zeitz erzeugte Strom soll dann europaweit vermarktet werden. Zunächst soll jedoch erst einmal das für das Kraftwerk vorgesehene Grundstück saniert werden, denn noch immer ist der Boden des ehemaligen Hydrierwerkes Zeitz kontaminiert. Die Sanierung des Baufeldes wird zwar von der EU gefördert, der Bau selber ist nach einer EU-Richtlinie jedoch nicht förderfähig.

Das Gas-Kraftwerk ersetzt das Braunkohlekraftwerk im benachbarten Mumsdorf (Thüringen), das 2012 stillgelegt werden soll. Der Betreiber, die Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft mbH (Mibrag), plant zwar seit einiger Zeit den Bau eines neuen Kohlekraftwerks am nahe gelegenen Tagebau in Profen, der sich fast in Sichtweite des Industrieparks befindet und diesen problemlos mit Strom und Dampf versorgen könnte. Nur konnten hierfür bisher noch keine Investoren gefunden werden. Damit durch die Stilllegung des Kraftwerks Mumsdorf keine Lücke bei der Versorgung des Industrieparks entsteht, haben sich dessen Betreiber nun daher für die „internationale Lösung“ entschieden.

Gaskraftwerke sind generell eine wesentlich klimafreundlichere Alternative als Kohlekraftwerke. Sie sparen bei gleichem Energieoutput ungefähr die Hälfte der CO2-Emissionen moderner Kohlekraftwerke und sogar zwei Drittel weniger als die noch laufenden Braunkohlekraftwerke.

Daniel Seemann

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