CCS-Technologie unter Beobachtung

Norwegen; Bild: shutterstock

Das Treibhausgas CO2 aus Abgasen zu filtern, es aufzubereiten und anschließend unterirdisch zu lagern – diese Vorgehensweise wird auch „Carbon Capture Storage“ (CCS) genannt. Norwegen ist europaweit führend bei der Erforschung dieser Technologie und hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 „kohlendioxidneutral“ zu sein. Allerdings geraten die Arbeiten ins Stocken. Schuld daran sind vor allen Dingen die bisher ungeklärten Gesundheitsrisiken.
Zwar wurden die Zeitpläne für die CCS-Projekte inzwischen verschoben. Die norwegische Regierung hält trotzdem am Ziel fest, bis 2014 die ersten funktionsfähigen CCS-Anlagen zu bauen.

Export der Technologie in andere Regionen der Welt

Die Entwicklung der CCS-Technologie bedeutet für Norwegen einerseits, geplante weitere Gaskraftwerke für die Stromproduktion kohlendioxidneutral betreiben zu können. Andererseits braucht sich das Königreich eigentlich keine Sorgen um seine CO2-Bilanz zu machen, da diese durch die vielen Wasserkraftwerke im internationalen Vergleich relativ niedrig ausfällt.

Norwegen verfügt bereits über zwei von weltweit fünf funktionierenden CCS-Großanlagen. Norwegen plant auch, die Technologie in andere Regionen der Welt zu exportieren. Ein weiterer Grund, um die Entwicklung der Technologie schnell voran zu treiben.

Gesundheitsrisiken bei Nutzung der CCS-Technologie?

Ein wichtiger Impuls könnte hierbei aus Deutschland kommen. Die deutsche Regierung hat bekanntlich den konkreten Ausbau der CCS-Nutzung gefordert und einen entsprechenden Zeitplan in die Debatte eingebracht. Auch EU-Länder wie Großbritannien, die Niederlande oder Schweden stehen auf der Seite der Befürworter der CCS-Technik und haben teilweise schon eigene Pilotprojekte angestoßen.

Ein mögliches Gesundheitsrisiko bei der Nutzung der Technologie sind nach Angaben des norwegischen Erdölunternehmens Statoil die bisher noch nicht ausgereiften Möglichkeiten, die Emission von krebserregenden Nitrosaminen kontrollieren zu können. Andere Firmen wie Alstom und Siemens haben mittlerweile CCS-Verfahren entwickelt, bei denen es zu der Erzeugung giftiger Stoffe nicht kommt.

Daniel Seemann

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