Neuer Ökostromanbieter Polarstern

Logo von Polarstern

Ab 1. September 2011 wird es mit dem unabhängigen Versorger Polarstern einen weiteren Mitstreiter auf dem Markt für regenerative Energien geben. Bislang teilten sich vier etablierte Anbieter, die ausschließlich regenerativen Strom vertreiben, dieses Feld: Greenpeace Energy, Lichtblick, EWS und Naturstrom. Das sind die einzigen Anbieter, bei denen wirklich alles zu 100 Prozent öko ist. Zwar tummeln sich zahlreiche weitere Unternehmen auf dem Markt, doch diese sind meist intransparent und mischen Strom fossiler Herkunft bei. Die Umetikettierung von grauem in grünen Strom ist Gang und Gäbe. Einige Unternehmen gehören größeren Stromkonzernen, die herkömmlichen oder Atomstrom vertreiben. Dann finanziert man ungewollt den Bau fossiler Kraftwerke mit.

Nun bietet auch Polarstern zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnenen und TÜV-zertifizierten Ökostrom an. Dieser stammt aus kleinen österreichischen Wasserkraftwerken und ist garantiert ohne Beimischung. Zudem bietet das Unternehmen Ökogas an, dass zu 100 Prozent aus Abfällen einer ungarischen Zuckerfabrik stammt.

Polarstern hat bereits das Grüner Strom Label in Gold verliehen bekommen, das nur Produkte erhalten, die einen zusätzlichen Umweltnutzen haben. Denn Polarstern verkauft nicht nur Strom. Von jeder verkauften Kilowattstunde fließen 1,25 Cent in den Bau neuer Anlagen in Deutschland – etwa Wind- und Wasserkraftanlagen, Solar- und Biomassekraftwerke und Biogasanlagen. Doch nicht nur das, Polarstern leistet auch Anschubfinanzierung für die Energiewende in Kambodscha. Das Unternehmen hat sich Partner gesucht und Kontakte geknüpft in einem Land, in dem die Energieversorgung noch einen vergleichsweise geringen Standard hat. Damit will Polarstern mithelfen, dass dieses Land nicht in die Fußstapfen westlicher Länder treten muss, sondern den direkten Weg hin zu sauberer und zugleich günstiger Energie gehen kann.

Bisher sind die wichtigsten Energieträger in dem Land Feuerholz und Petroelum, was zu immensen ökologischen und auch gesundheitlichen Schäden führt. Jeweils eine Familie in Kambodscha erhält daher eine eigene Biogasanlage. Schritt für Schritt folgen dann Gasherd, Gaslampen und schließlich Dünger für die Felder. Polarstern kooperiert mit dem renommierten National Biodigester Programme (NBP). Zielgruppe des Programms sind Familien bei denen mehr als 20 Kilogramm Gülle am Tag abfällt, dazu genügen zwei Rinder oder vier Schweine. Neben technischem Training und Workshops erhalten die Bauern eine Anschubfinanzierung in Höhe von 110 Euro für den Bau der Biogasanlage, die insgesamt zirka 370 Euro kostet.

Der Ökotrom von Polarstern ist bundesweit erhältlich für 24,7 Cent je Kilowattstunde und einem monatlichen Grundpreis von 8,90 Euro. Der Wechsel zu Polarstern-Ökoenergie erfolgt über www.polarstern-energie.de.

Übrigens: Die erneuerbaren Energien haben es erstmals auf einen Anteil von mehr als 20 Prozent an der Stromerzeugung in Deutschland gebracht. Schätzungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zufolge deckte Strom aus Wind- und Photovoltaikanlagen im ersten Halbjahr 2011 mit 57,3 Milliarden Kilowattstunden etwa 20,8 Prozent des gesamten Strombedarfs. Im ersten Halbjahr 2010 waren es noch 18,3 Prozent.

Josephin Lehnert

1 Kommentar

  • Interessante Nachricht,

    Ich persönlich wünsche mir 100 % Strom und Wärme aus nicht-fosslen und nicht-atomaren Quellen. Von Ökosrom – egal von wem – halte ich nicht viel, denn Strom fliest immer den kürzesten Weg. Egal von wem ich kaufe. Ich habe also real keine Einfluss darauf, wo er her kommt und gebe mit Ökostrom auch meine Möglichkeit Einfluss zu nehmen an andere ab. Und dafür bezahle ich auch noch.
    Deshlab halte ich es für klüger meine Strom beim billigsten Anbieter zu beziehen und zum Ausgleich die Produktion von Wind- Wasser oder Solarstrom durch Kauf eines Anteils an einer Anlage zu stützen, der die Produktion meines Verbrauchs auf ökologischem Weg sichert. Und das so nah an meinem Verbrauch wie möglich. Nur dann bin ich sicher, dass damit den fossilen und atomaren Stück für Stück der Boden entzogen wird. Zudem wird so der notwendige Netzausbau zu Gunsten dezentraler Versorgungssysteme gestärkt.

    Für diese Idee suche ich Mitstreiter.

    besten Gruß

    Thomas Blechschmidt