Netzentwicklungsplan soll zukünftige Strominfrastruktur abbilden

Stromnetz; Foto: shutterstock

Im Sommer dieses Jahres treffen sich die Übertragungsnetzbetreiber Deutschlands, um den Netzentwicklungsplan voranzutreiben. Dieser sieht den Um- und Ausbau der Stromübertragungsnetze vor. Die Bundesnetzagentur segnete den Szenariorahmen für die zukünftige Kraftwerksentwicklung im Dezember 2011 ab. Auf diesem Rahmenwerk baut dann der Netzentwicklungsplan auf.

Entwicklungsmodell zu erneuerbaren Energien

Das Rahmenwerk ist mit drei Szenarien ausgestattet. Im Leitszenario erfolgt der Bau der Kohle- und Gaskraftwerke nach dem neuesten Stand der Technik. Bis zum Jahr 2022 soll die installierte Erzeugungsleistung erneuerbarer Energien 129,8 Gigawatt betragen. Die zwei anderen Szenarien gehen von einem verstärkten Ausbau der Kohlekraftwerke beziehungsweise der erneuerbaren Energien aus. Im Jahr 2010 betrug die installierte Leistung der erneuerbaren Energien noch 56,3 Gigawatt.

Ein Netzausbau erfolgt demnach nur, soweit er in allen drei Szenarien notwendig ist. Diese werden immer wieder angepasst, um der Realität näher zu sein – je nachdem, wie sich der Ausbau der erneuerbaren Energien entwickelt. Zusätzlich setzen die Übertragungsnetzbetreiber eine Art Marktsimulation ein, um die Werte so genau wie möglich zu errechnen und zu schätzen. Effizienzsteigerungen sind in den Entwürfen dagegen schon eingearbeitet. Den Hintergrund für die Planung des Netzausbaus bildet die Netzstudie der deutschen Energieagentur: Bis 2020 sollen 3.600 Kilometer neue Trassen entstehen, um die Energie aus dem Wind in den Süden zu transportieren. Zur Zeit zählt das Leitungsnetz an die 35.000 Kilometer. Dagegen halten viele Energieexperten den Zubau für übertrieben, da der Süden Deutschlands bereits hohe Kapazitäten besitzt.

Öffentliche Konsultationen verbessern Szenariorahmen

Die Stellungnahmen von Lichtblick, Greenpeace, dem NABU und anderen Organisationen flossen in den Entwurf hinein. Aus diesem Grund erhielt der neue Szenariorahmen Zuspruch von der deutschen Umwelthilfe. Mehr Informationen erhofft sie sich aber in Bezug auf die Anteile der Stromquellen sowie zur Kraft-Wärme-Kopplung. Auch Daten zum maximalen Strombedarf fehlen noch.

Aus- und Umbau des Übertragungsnetzes

Neben dem Ausbau des Stromnetzes wird wohl auch die Art der Übertragung diskutiert werden. Obwohl es verschiedene Möglichkeiten der Spannungstrassen gibt, werden jedoch auch weiterhin die oberirdischen Hochspannungsleitungen den überwiegenden Strom transportieren. Denn der Trassenbau muss jetzt stattfinden, wobei die Entwicklung der neuen Techniken wie die VSC-Technologie und die Hochtemperaturleiterseile noch andauert.

Der Netzentwicklungsplan soll bis zum Juni 2012 fertig gestellt werden. Nach einer öffentlichen Erörterung bekommt ihn der Bundestag zur Absegnung vorgesetzt. Daraufhin kann die Umsetzung erfolgen.

Jenny Lohse

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