MSC – Marine Stewardship Council

Fischerboot

FLP und FSC– damit ist nicht genug im Labeldschungel der Zertifizierung nachhaltiger Produkte. Für Fisch aus nachhaltiger Fischerei gibt es das MSC-Siegel.

MSC steht für Marine Stewardship Council. Dahinter steckt eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die 1997 von Unilever und dem World Wide Fund For Nature (WWF) gegründet wurde. Seit 1999 ist das Marine Stewardship Council unabhängig. Die Organisation verfolgt das Ziel, die weltweite Überfischung der Meere zu verringern.

Vor allem drei Kriterien bilden den Maßstab, an dem nachhaltige Fischerei im Sinne des MSC gemessen wird. Erstens ist das die Nachhaltigkeit der Fischbestände. Nach MSC-Kriterien darf keine Überfischung vorliegen. Des Weiteren müssen die Auswirkungen auf das Ökosystem minimiert sein. Das bedeutet, für eine MSC-Kennzeichnung dürfen natürliche Beziehungen, wie zum Beispiel Nahrungsketten, nicht gefährdet sein. Außerdem muss ein effektives Fischereimanagementsystem vorliegen. Die Prüfung, ob all diese Kriterien erfüllt werden, erfolgt durch unabhängige Zertifizierungsstellen und Wissenschaftler.

Aktuell sind nach Angaben des Marine Stewardship Council 102 Fischereibetriebe nach MSC-Standard zertifiziert, weitere 132 Betriebe befinden sich noch im Bewertungsverfahren.

Der Fang zertifizierten Fisches und Meeresfrüchten beläuft sich derzeit auf sieben Millionen Tonnen. Das entspricht zwölf Prozent des weltweiten Fangs für den menschlichen Verzehr.

Im deutschsprachigen Raum sind über 2.000 Produkte mit MSC-Siegel erhältlich, sodass der Verbraucher bei vielen Fischprodukten zur nachhaltigen Alternative greifen kann. Wahrscheinlich aufgrund der großen Angebotsvielfalt wird das MSC-Siegel in Deutschland immer bekannter. Eine Umfrage im Juli 2010 ergab, dass 36 Prozent der Erwachsenen in Deutschland das MSC-Siegel kennen. 2008 waren es noch elf Prozent.

Beinahe jeder Ansatz hat auch Kritiker, so auch das MSC-Siegel. So bemängelt Greenpeace, dass die Zertifizierungskriterien zu schwach seien und dass das Logo auch an Fisch aus überfischten Gebieten gehe, solange ein „Erholungsprogramm“ bestehe. Des Weiteren werde zu frühzeitig zertifiziert und die Grundschleppnetzfischerei sei nicht eingeschränkt.

Möglicherweise wären für das Siegel strengere Richtlinien anwendbar. Dennoch ist Fisch mit dem MSC-Logo sicher eine gute Alternative zu konventionellen Fischprodukten.

Judith Kronberg

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