Mehr sauberer Strom

Anteil der Energieträger an der Nettostromerzeugung in Deutschland 2010; Graphik: BDWE

Im vergangenen Jahr hat sich in Deutschland der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung um einen halben Prozentsatz auf 17 Prozent erhöht. Damit tragen nachhaltige Energieträger mit inzwischen mehr als einem Sechstel zur Energieerzeugung bei. Dies teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mit.

Den größten Anteil bei den Erneuerbaren erreichte Windkraft mit einem Anteil von 6,2 Prozent, gefolgt von Biomasse mit 4,7 Prozent. Wasserkraft trug zu 3,2 Prozent zur Energieerzeugung bei. Der Anteil der Photovoltaik an der Stromerzeugung  steigerte sich geringfügig auf 2,0 Prozent. Dieser nur kleine Beitrag der Technologie wird als bedenklich angesehen, da jährlich Milliarden in die Solarförderung fließen. Daher wird derzeit auch über eine Kürzung der Solarförderung diskutiert – um bis zu 15 Prozent soll die Einspeisevergütung ab Juli 2011 gesenkt werden. Ein geringer Anteil Elektrizität (0,8 Prozent) wird aus organischen Abfällen gewonnen.

Die Schwergewichte in der Stromerzeugung sind noch immer die herkömmlichen Energieträger: Kohle-, Erdgas- und Atomkraft. Braun- und Steinkohlekraftwerke, die am meisten klimaschädliches CO2 ausstoßen trugen mit 41 Prozent zur Stromerzeugung bei. Der Anteil der Braunkohle ging dabei minimal von 24 auf 23 Prozent zurück. Der Anteil der Steinkohle ist jedoch gestiegen – von 17,7 Prozent im Jahr 2009 auf 18 Prozent. Der Anteil der Kernenergie lag unverändert bei 23  Prozent. Erdgaskraftwerke lieferten 14 Prozent der Energie und sonstige Quellen wie Öl- und Pumpspeicherwerke kamen auf einen Anteil von fünf Prozent.

Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des BDEW, betonte, dass Deutschland nach wie vor davon entfernt sei, klimafreundlichen und sauberen Strom zu produzieren. Sie forderte eine sachliche und offene Diskussion darüber, wie die herkömmlichen Energien die Erneuerbaren in den nächsten Jahrzehnten ergänzen könnten, da Deutschland in absehbarer Zeit auf keinen Energieträger verzichten könne.

Josephin Lehnert

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