Klimaziele vieler Großunternehmen unzureichend

Klimaschutz

Die Non-Profit-Organisation „Carbon Disclosure Project“ (CDP) verschickt seit Jahren Fragebögen an erfolgreiche Unternehmen, um sich ein Bild über deren Klimaschutzmaßnahmen machen zu können. Die Ergebnisse des Mitte September veröffentlichten Reports für 2012 sind ernüchternd: Während sich die Teilnehmerländer des letzten UN-Klimagipfels in Durban eigentlich auf verstärkte Anstrengungen zur Erreichung des Zwei-Grad-Zieles geeinigt hatten, sind die Klimaziele der Unternehmen dafür nicht annähernd ambitioniert genug.

So müsste laut einer Berechnung der Unternehmensberatung PwC der CO2-Ausstoß zwischen 2020 und 2050 eigentlich um vier Prozent pro Jahr sinken, um die globale Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Laut CDP-Report beabsichtigen die befragten Unternehmen ihre Kohlendioxidemissionen im Durchschnitt allerdings lediglich um rund ein Prozent pro Jahr zu senken. Verbesserungsbedürftig ist auch die Langfristigkeit der Ziele, denn nur 20 Prozent der teilnehmenden Konzerne planen überhaupt erst bis zum Jahr 2020 oder darüber hinaus.

Erfreulicher entwickelt sich hingegen die Bereitschaft der Unternehmen sich überhaupt erst an der Erhebung zu beteiligen. Für die Analyse forderte das CDP die 500 weltweit größten börsennotierten Unternehmen auf, ihre Klimadaten einzureichen und mit 405 Antworten konnte eine neue Bestmarke von 81 Prozent erreicht werden. Veröffentlicht wurden übrigens auch die Namen der Transparanzverweigerer und darunter befinden sich Global Player wie Apple, Amazon und die Bank of China.

Dass sich in dem weltweiten Ranking zur transparenten Berichterstattung über Kohlendioxidemissionen mit Allianz, BASF, Bayer und BMW gleich vier deutsche Großunternehmen unter den ersten Zehn befinden, spiegelt laut Susan Dreyer, Leiterin des deutschen CDP-Büros in Berlin, „die relative Stärke einiger großer deutscher Unternehmen in der Klimaberichterstattung wider“.

Der rege Rücklauf an Fragebögen des Carbon Disclosure Project und dass mittlerweile 78 Prozent der Unternehmen den Klimawandel in ihre erweiterte Business-Strategie integriert haben, zeigt laut den Autoren die gestiegene Sensibilität für den Klimawandel in den Vorstandsetagen vieler Konzerne. Die Gründe dafür dürften nicht ganz uneigennützig sein und auf extreme Wetterereignisse wie den amerikanischen Rekord-Sommer oder die Flächenbrände in Russland zurück gehen. So hat sich der Prozentsatz von Großunternehmen, die Klimarisiken als aktuell vorhandene Gefahren einstufen, in den letzten zwei Jahren von zehn auf 37 Prozent fast vervierfacht.

Matthias Schaffer

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