„Klimastadt Bremerhaven“

Wer denkt bei Bremerhaven nicht sofort an das „Klimahaus 8° Ost“ sowie das Alfred-Wegener-Institut? Die Stadt Bremerhavenwill dieses Spektrum nun erweitern: Bremerhaven soll Klimastadt werden. Schwarz auf gelb soll das schon auf den Ortseingangsschildern an den Stadtgrenzen ersichtlich sein.

Durch das Alfred-Wegener-Institut (AWI) hat die Stadt an der Weser eine lange Geschichte der Klimaforschung. Bereits 1980 startete dort die Arbeit mit dem Ziel, Veränderungen im Klima aufzudecken. Nun, 30 Jahre nach seiner Eröffnung, hat eine Projektgruppe unter Federführung des AWI im Auftrag des Bremerhavener Magistrats ein Konzept erstellt, nach dem Bremerhaven in Anlehnung an die „Lutherstadt Wittenberg“ Klimastadt werden soll.

Die Chancen dafür stehen nach Ansicht der Projektgruppe „hervorragend“. Bereits jetzt verfügt die Stadt über drei wichtige „Leuchttürme“ der Klimakompetenz: der Klimaforschung am AWI, dem Klimahaus sowie Offshorewindenergie mit Komponentenherstellern und Forschungseinrichtungen. Darüber hinaus unterzeichnete das Regionalforum Bremerhaven letztes Jahr einen Beschluss für den Klimaschutz mit 205 Vorhaben.

In ihrem umfangreichen Konzept präsentiert die Projektgruppe des AWI weitere Ideen, die Vorreiterrolle Bremerhavens im Themenbereich Klima auszubauen. So sollen weitere Betriebe mit Umweltbezug integriert werden. Dazu zählen zum Beispiel die Schifffahrt, andere Forschungsinstitutionen sowie weitere touristische Einrichtungen. Die Bevölkerung muss in die Entwicklungsstrategie mit einbezogen werden, damit sie als Vorbild fungieren kann. So sollen neben der Verbesserung des ÖPNV-Netzes klimafreundliche Produkte gefördert werden. Des Weiteren sind Veranstaltungen mit Klimabezug angedacht, um die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren. Eine Idee der Projektgruppe ist, im Zoo auf die Gefährdung der Eisbären aufmerksam zu machen und so den Bogen zwischen Klimaschutz und Tourismus zu spannen.

Damit die „Klimastadt Bremerhaven“ Akzeptanz findet, muss sie nach innen und außen vermarktet werden. Zukünftig soll sie sich deshalb bei vielfältigen Auftritten als Klimastadt präsentieren. Gelingt es der Stadt an der Weser, den eingeschlagenen Weg zu beschreiten, kann sie dadurch nicht nur wichtigen Antrieb zum Klimaschutz leisten, sondern auch zu einem Strukturwandel innerhalb der Stadt führen.

Judith Kronberg

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