Klimafreundliche Geldanlage ist im Trend

Meist ist in den Medien nur von den immensen Kosten des Klimaschutzes die Rede, aber durch die Umstellung auf erneuerbare Energien entstehen auch völlig neue Märkte, wie der des klimafreundlichen Investments. Und dieser Markt wird von Experten in Deutschland bereits auf bis zu 80 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt, Tendenz stark steigend. Für die kommenden Jahrzehnte wird Geldanlagen mit Klimaschutzbezug gar ein weltweites Potential von 150 Billionen US-Dollar prophezeit.

Aktuell sind weltweit zwar noch weniger als drei Prozent des angelegten Geldes in nachhaltige Finanzprodukte investiert, aber Nachfrage und Angebot steigen stetig. Laut einer im Dezember 2009 veröffentlichten Umfrage der DZ-Bank sind über 50 Prozent der deutschen Privatanleger

an einem Ökoinvestment interessiert und über ein Viertel hat bereits Geld klimafreundlich angelegt. Dass aber über die Hälfte der interessierten Anleger noch nicht in diesem Bereich investiert hat, liegt laut der Umfrage zum Großteil an dem schlechten Informationsangebot oder schlicht und einfach daran, dass ihnen ihre Bank noch kein ökologisches Anlageprodukt angeboten hat.

Demnach sind interessierte Anleger weitestgehend sich selbst überlassen und werden dabei mit der Frage konfrontiert, wie sie umweltfreundliche Investmentprodukte überhaupt erkennen können. Und das ist – da es noch kein allgemeingültiges Qualitätssiegel für ökologische Investments gibt – alles andere als einfach. Denn letztlich will man mit grünem Investment keine Mogelpackungen unterstützen, die mit einem gewaltigen Marketingbudget Greenwashing betreiben, sondern Unternehmen, die tatsächlich die Umwelt schützen und etwas gegen den Klimawandel tun.

Wer also selbst klimafreundlich investieren möchte, findet dazu natürlich auch im Internet Informationen und Hilfestellungen. Beispielsweise hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen auf seiner Webseite Verbraucher fürs Klima eine eigene Unterkategorie, die sich dem Thema Klimafreundliche Geldanlage widmet. Dort kann auch der sehr informative Ratgeber „Klimabewusste Geldanlage“ als PDF-Datei heruntergeladen werden. Empfehlenswert ist außerdem der Branchendienst ECOreporter. Umfassende Informationen zum Thema nachhaltige Altersvorsorge findet man bei EcoTopTen, einem Portal des Öko-Instituts e.V. und des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE).

Matthias Schaffer

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