Fachkräftemangel in der Windbranche: ein Job mit Zukunft

Arbeitsmarkt - Fachkräftemangel Erneuerbare Energien
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Die Energiewende in Deutschland ließ einen Wirtschaftszweig entstehen, der die Chance auf viele neue Jobs bietet. Ob Photovoltaik-, Biogas- oder Windkraftanlagen: Jedes einzelne Projekt braucht Planer, Ingenieure und Techniker, die die Anlagen regelmäßig warten und für ihren reibungslosen Betrieb sorgen. Auch im Bereich der Forschung und Entwicklung sowie Komponenten-Herstellung entstehen zahlreiche Jobs. Eine Branche mit Zukunft also.   {module Jobs}

Heute Teil 2 (Hier gehts zu Teil 1)

Anforderungen an Interessenten in Wartung und Service
Aktuell besonders gesucht sind Elektriker, Elektroniker und Mechatroniker zur Wartung von Windkraftanlagen. Interessenten an einem Job als Servicetechniker in der Windbranche sollten einige Qualitäten auf jeden Fall besitzen:

  • Körperliche Fitness: Auch wenn moderne Windkraftanlagen in der Regel einen Fahrstuhl besitzen, ist die Arbeit körperlich stark fordernd. Im Notfall müssen sich Techniker von den Gondeln in teilweise mehr als 130 m Höhe abseilen können.
  • Höhentauglichkeit: Wer auf Windkraftanlagen in luftiger Höhe arbeiten möchte, muss auf jeden Fall schwindelfrei sein. Wem auf der Anlage schwindlig wird, kann seine Aufgaben, wenn überhaupt, nur schlecht erledigen. Damit gefährdet man nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch die von Kollegen und Anwohnern.
  • Bereitschaft zum Reisen: Servicetechniker werden zu Einsätzen und Fortbildungen oft quer durch Deutschland und Europa geschickt. Wer da nicht gerne unterwegs ist, wird es schwer haben, den Job durchzuhalten.
  • Arbeit am Wochenende oder nachts: Die Einsätze von Servicetechnikern für Windkraftanlagen beginnen teilweise in aller Frühe. Auch verlangen zahlreiche Unternehmen, dass Ihre Mitarbeiter für Einsätze am Wochenende und Feiertagen zur Verfügung stehen. Der Einsatz ist natürlich nicht immer planbar, da Störungen an Anlagen auch spontan auftreten können: Bereitschaftsdienst kann also ebenfalls vom Arbeitgeber verlangt werden.
  • Teamfähigkeit: Da Service-Teams in der Regel aus mehreren Technikern bestehen, ist es äußerst wichtig, dass die Teammitglieder sich aufeinander einstellen. Unterschiedliche Lösungsansätze müssen abgestimmt und zielführend umgesetzt werden, davon hängt die Sicherheit des Teams und aller Beteiligten ab.
  • Führerschein Klasse B: Da sich viele Windkraftanlagen weitab von der Infrastruktur des ÖPNV befinden, fahren Service-Teams meist in Dienstwagen gemeinsam zum Einsatzort. Deswegen verlangen viele Arbeitgeber den PKW-Führerschein.

Informationen für Interessierte
Es gibt zahlreiche Angebote, die speziell für Interessenten an einer Ausbildung oder einem Job im Bereich der Energiewende oder der grünen Wirtschaft geschaffen wurden. Manche Angebote richten sich auch direkt an Interessenten der Windbranche.

Jobmessen
Alle zwei Jahre findet die Job- und Bildungsmesse „zukunftsenergien nordwest“ statt, die zurzeit größte Messe ihrer Art für den Bereich der Erneuerbaren Energien. Unternehmen können sich dort vorstellen und Kontakt zu potenziellen Bewerbern knüpfen, um geeignetes Personal zu finden und konkrete freie Stellen zu besetzen.

Von der ebenfalls im zweijährigen Turnus stattfindenden „WindEnergy Hamburg“ wird im Rahmen der Messe ein Recruiting Day angeboten, der sich direkt an Unternehmen und Spezialisten im Bereich der Windbranche richtet.

Angebote im Internet
Der „Wila Bonn“ (Wissenschaftsladen Bonn) stellt das Portal „Energiewende schaffen“ bereit, das sich besonders an Jugendliche richtet und Berufsbilder und Unternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien in vielseitigen Artikeln, Interviews und Videos vorstellt.

Am Green Day, der jedes Jahr am 12. November stattfindet, können sich Schüler bei Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus ihrer Region über Perspektiven für Beruf und Studium im Klima- und Umweltschutz, darunter auch die Windenergie, informieren.

Interessante Einblicke in den Berufsalltag eines Servicetechnikers für Windkraftanlagen und in Aspekte des Einstiegs in die Windenergie-Branche bietet der WindKarriereBlog des Personalvermittlers „WindPersonal“.

Das Portal „Windindustrie in Deutschland“, das vom „Bundesverband WindEnergie“ betrieben wird, schafft einen guten Überblick über Branchenevents, Unternehmen und auch politische Aspekte der Windkraft hierzulande. Neben Interviews werden auch zahlreiche Fachartikel zu diversen Themen bereitgestellt. Eine Jobbörse von stepstone.de ist dem Portal angegliedert.

Ein ähnliches gelagertes Angebot betreibt das „Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien“ mit dem Portal Windbranche.de. Auch hier finden Interessierte zahlreiche Informationen zu Unternehmen und Neuigkeiten sowie eine Jobbörse.

Weitere Jobs der Erneuerbaren Energien gibt es auf greenjobs.de und der wöchentlich erscheinenden „Information Green Jobs“ des Magazins „WiWo Green“ sowie auf den Webseiten von Personalvermittlern wie „Convent Energy“, „mensys“ oder „RTS“.

Gute Chancen für Elektriker, Mechatroniker und Quereinsteiger
Der Fachkräftemangel ist auch in der Windenergie-Branche längst angekommen. Der politisch teilweise unsichere Kurs in der Energiewende ändert nichts daran, dass zahlreiche Unternehmen händeringend nach neuem Personal suchen. Gerade für gut ausgebildete Elektriker, Mechatroniker und Ingenieure bieten sich hier attraktive Chancen.
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Auch Quereinsteiger können mit viel Engagement und entsprechenden Weiterbildungen in der Windenergie-Branche Fuß fassen. Dem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften versuchen die Unternehmen außerdem zu begegnen, indem sie selbst das fehlende Personal ausbilden. Zahlreiche Internetportale und Jobmessen bieten potenziellen Bewerbern und Unternehmern die Möglichkeit, sich darzustellen und einander kennen zu lernen.

Wenn Anbieter von Fortbildungen und Unternehmen in Zukunft weiter gut zusammenarbeiten und mit ambitionierten Initiativen die richtigen Personen ansprechen, können die entstandenen Lücken beispielsweise bei Service und Wartung hoffentlich bald gefüllt werden.

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