Dänemark: Traumjob und privates Glück

Kopenhagen schmückt sich auch mit schönen alten Gebäuden

Dass Dänemark finanziell in die Cleantech-Branche investiert, hat das Land mit beeindruckenden Zahlen und Initiativen wie Talent Attraction Denmark bewiesen. Wir haben uns jedoch gefragt, was das Land ansonsten noch zu bieten hat, welche Unterschiede zu Deutschland bestehen und ob es sich überhaupt lohnt dafür auszuwandern.

Um das herauszufinden, sprachen wir mit Juliane Münch, Sustainability Consultant, DGNB Auditor und LEED AP für COWI A/S. Hinter der kryptischen Berufsbezeichnung steckt unter anderem die Verantwortlichkeit für Energieeffizienz und thermischen Komfort in Gebäuden. Denn Juliane Münch überwacht den Einsatz nachhaltiger Materialien im Gebäudebau und ist hauptsächlich für Green-Building-Zertifizierung zuständig.

1.    Wie sind Sie auf die Idee gekommen nach Dänemark zu gehen bzw. eine Arbeitsstelle dort anzunehmen?

Bei mir waren es hauptsächlich Gründe privater Natur, die mich zu einem Umzug nach Dänemark bewogen haben. Ich habe einen Mann kennengelernt, der bereits in Kopenhagen gewohnt hat. Daher lag der Entschluss nahe auszuwandern. Inzwischen sind wir verheiratet.

2.    War die dänische Cleantech-Branche für Sie ein Anreiz nach Dänemark auszuwandern?

Zu dem Zeitpunkt noch nicht. An erster Stelle stand für mich das private Glück.

3.    Sind Sie der Meinung, dass Dänemark besondere Bedingungen für die Cleantech-Branche bietet?

Die dänische Cleantech-Branche habe ich erst nach meinem Umzug kennengelernt. Ich bin im Baubereich tätig und habe feststellen müssen, dass die dänische Gesetzgebung ziemlich streng ist, was Energieeffizienz in Gebäuden anbelangt.

Aber die dänische Regierung fördert diese Art von Nachhaltigkeit auch aktiv: Es gibt viele von öffentlicher Seite gestartete Pilotprojekte für nJuliane Munch5achhaltiges Bauen. Deshalb bietet Dänemark in der Hinsicht einen vielversprechenden Markt.

Und in Sachen Energie ist vor allem wichtig zu wissen, dass es keine Atomkraftwerke im Land gibt. Dadurch ist der Energiemix weitaus nachhaltiger als beispielsweise in Deutschland, wo Kohle noch eine große Rolle spielt. Es steht also außer Frage, dass Dänemark in der Hinsicht fortschrittlicher als Deutschland ist.

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4.    Wie ist das Arbeitsumfeld in Dänemark? Was sind die Unterschiede zu Deutschland?

Organisatorisch gesehen ist die Hierarchie flacher in Unternehmen. Jede Meinung ist gefragt und wird auch gehört. Man kann mit einem Chef jederzeit ein Gespräch anfangen, die Atmosphäre ist sehr kollegial. Und noch ein Unterschied zu vielen deutschen Unternehmen: Vorzimmerdamen gibt es nicht.

5.    Gibt es etwas, was Sie als gewöhnungsbedürftig erachtet haben? Was ist besonders toll an Dänemark?

Im Allgemeinen bin ich sehr angetan von Land und Leuten. Das Land ist vielfältig, die Leute sehr nett und aufgeschlossen. Als eher gewöhnungsbedürftig habe ich es empfunden, dass alles recht lange diskutiert wird.

Am schönsten finde ich es, durch die Straßen von Kopenhagen zu gehen. Denn die Stadt ist nicht einfach nur toll, auch die Menschen lächeln einen freundlich an, wenn man sie anschaut. Das strahlt sehr viel positive Energie aus.

6.    Können Sie sich vorstellen, dauerhaft in Dänemark zu bleiben oder möchten Sie nach Deutschland zurückkehren?

Im Augenblick kann ich es mir nicht vorstellen nach Deutschland zurückzukehren. Dänemark bietet mir sehr viele gute Gründe auf Dauer zu bleiben.

Vielen Dank für das Gespräch!

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