Google investiert in Windkraft

Der Suchmaschinen-konzern Google will sich an dem für 2013 geplanten Projekt „Atlantic Wind Connection“ mit vorerst 200 Millionen Dollar beteiligen.

In zehn Jahren sollen vor Amerikas Atlantikküste Offshore-Windparks entstehen, die insgesamt 550 Kilometer umfassen und sich vom nördlichen New Jersey bis Virginia ausbreiten werden. Durch diese Windanlagen kann Strom mit einer Gesamtkapazität von 6.000 Megawatt erzeugt werden, der durch ein Unterwassernetz an die Haushalte weitergeleitet wird.

Google-Manager Rick Needham erklärte auf einer Pressekonferenz, das Netz werde als ein „Superhighway dienen, mit Auffahrten für Windfarmen und der Fähigkeit, intelligent ausgedehnt zu werden, wenn die Menge der verfügbaren Windkraftenergie dereinst noch größer wird.“ Needham ist zuständig für „Green Business Operations“ und damit auch für das geplante Investment von Google.

Aber warum investiert Google so viel Geld in ein Projekt auf bisher unbekanntem Terrain? Rick Needham gibt zu, dass sich das Infrasturkturprojekt quasi noch in den Kinderschuhen befindet und mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Doch diese Risiken geht Google gerne ein, um ein Vorhaben zu verwirklichen, dass eine ganze Industrie bewegen könnte.

Es stellt sich aber die Frage, ob ausreichend Windparks an der US-Küste gebaut werden können, um genügend Strom für zirka 1,9 Millionen Haushalte zu erzeugen. Die Region gilt jedenfalls als ideal für den Einsatz von Offshore- Windkrafttechnologie, da das Wasser sogar 15 bis 23 Kilometer vor der Mid-Atlantik Küste noch flach und seicht ist und einen sicheren Aufbau und Betrieb ermöglicht.

Vorteilhaft ist auch, dass die Windanlagen in dieser Entfernung vom Land aus nicht zu sehen sind, was bedeutet, dass von den Anwohnern quasi kein Widerstand zu erwarten ist. Denn aus genau diesem Grund ist ein ähnliches, in Nantucket gestartetes Projekt gefährdet.

Geleitet wird die „Atlantic Wind Connection“ von „Trans-Elect“, einem Stromversorger aus Maryland. Weitere Investoren sind unter anderem „Good Energies“, eine Finanzgruppe mit Sitz in New York, London und der Schweiz, die sich auf Umweltinvestitionen spezialisiert hat.

Bisher seinen Sonnenenergie- und Windprojekte eher planlos und aufs Geratewohl entwickelt worden. Das neue Projekt biete allerdings die Möglichkeit, planvoll vorzugehen, so John Breckenridge, Direktor von Good Energies. Die „Atlantic Wind Connection“ kann Grundlagen für eine Energieinfrastruktur schaffen, die laut Breckenrige entwickelt werden muss.

Die meisten US-Umweltgruppen reagierten positiv. Nur der einflussreiche Sierra Club warnt davor, dass der Unterwasser Stromhighway dabei helfen muss, das  Klimawandelproblem zu lösen und nicht im Endeffekt doch für Kohle-Strom genutzt werden darf.

Sophie Schmid

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