Gastbeitrag: Schienengüterverkehr als klimafreundliches Investitionskonzept

Investitionskonzept
Investitionskonzept

Beim Thema klimafreundliche Investitionen sind Geschäftsmodelle, die sich mit der Erzeugung erneuerbarer Energien beschäftigen sehr naheliegend. Doch nachhaltige Investments, die zu einer Umstrukturierung, Verbesserung oder gar dem Erreichen einer klimaneutralen Wirtschaft führen, lassen sich auch in weiteren Branchen finden. Ein solches Beispiel ist der Schienenverkehr, wie dieser Gastbeitrag von Jürgen Bauer, Vorstand der Aves One AG darlegt.

Mit einem Anteil von rund 18 Prozent am Treibhausgasausstoß ist der Verkehr weiterhin der drittgrößte Verursacher von Emissionen in Europa. Im Jahr 2018 wurden hier allein im Verkehrsbereich 163 Millionen Tonnen Emissionen freigesetzt. Einer der Haupttreiber ist der Güterverkehr. Die meisten Güter werden heute noch über die Straße transportiert. Das ist CO2-intensiv. Der Transport per LKW produziert in Deutschland für dieselbe Transportleistung sechsmal soviel Treibhausgasemissionen wie der Transport mit dem Güterzug.

Die Vorteile des Schienenverkehrs liegen auf der Hand. Kein Verkehrsmittel zum großvolumigen Warentransport ist „klimafreundlicher“ unterwegs als die Bahn. Damit leistet sie einen bedeutenden Beitrag zur geforderten CO2-Reduktion um damit die gesetzten deutschen Klimaziele zu erreichen. Im Vergleich eines Tonnenkilometers Verkehrsleistung verursacht der LKW rund 100 Gramm CO2-Ausstoß, die Bahn hingegen nur 19 Gramm. Im deutschen Schienengüterverkehr werden heute zudem bereits 92 Prozent der Güterverkehrsleistung mit Elektromobilität erbracht – im gesamten DACH-Raum und in Frankreich fahren bereits mehr als 90 Prozent der Güterzüge strombetrieben.

Bundesregierung und EU investieren in den Schienenverkehr

Diesen Vorteil hat auch die Bundesregierung erkannt. Nach dem Klimaschutzplan der Bundesregierung, soll der Verkehrssektor in Deutschland in den kommenden Jahren den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) um rund 70 Millionen Tonnen reduzieren. Der „Masterplan Schienengüterverkehr“ aus dem Jahr 2017 enthält das Ziel, den Marktanteil der Schiene im Güterverkehr zu steigern. Die dafür nötigen Investitionen kommen unter anderem aus dem „Klimaschutzprogramm 2030“. In ihm sind für das Jahr 2019 bereits mehr als 80 Milliarden Euro Investitionskosten in den Schienenverkehr veranschlagt. Das im Juni 2020 von der Bundesregierung verabschiedete „Covid-19-Konjunkturpaket“ bringt weitere Unterstützungen zur Stärkung der Schiene mit sich.

Nicht nur Deutschland hat das Potenzial des Schienengüterverkehrs zur Erreichung seiner Klimaziele erkannt. Auch die Europäische Union möchte im Rahmen des „European Green Deal“ den Anteil des Güterbinnenverkehrs vermehrt von der Straße auf die Schiene und die Binnenwasserfahrt verlagern. Im Schienengüterverkehr steckt großes Potenzial, das sich aus verbesserter Ressourcennutzung, dem Ausbau des Schienennetzes sowie der Internationalisierung des Geschäftsbereiches ergibt.

Beitrag zu einer klimafreundlichen Wirtschaft

Dieses Potenzial zeigt sich eindrucksvoll in der Covid-19-Pandemie. Der Lockdown hat verdeutlicht, wie wichtig der Schienengüterverkehr für den wirtschaftlichen Kreislauf ist. Es werden Güter zur Grundversorgung und des täglichen Bedarfs – wie etwa Medikamente, Schutzausrüstung und Lebensmittel – aber auch Rohstoffe und Halbfertigstoffe für die produzierende Industrie transportiert. Allein zwischen Italien und Deutschland werden so jährlich rund 60 Millionen Tonnen Güter transportiert. Während des „Shutdowns“ im Frühjahr dieses Jahres erlangte der wöchentliche „Pasta-Express“ Berühmtheit, der für Nudelnachschub in den hiesigen Supermarktregalen sorgte.

Investitionen in Güterwaggons leisten einen wichtigen Beitrag für die nötige Infrastruktur. Sie fördern die Entwicklung einer klimafreundlichen Wirtschaft indem sie die Verlagerung des Güterwarenverkehrs von der Straße auf die Schiene beschleunigen. So werden nachhaltig Emissionen reduziert (z. B. CO2 und Feinstaub). Der Schienengüterverkehr ist ein relevanter Zukunftsmarkt, der zusehends an politischem Rückenwind gewinnt. Er hat sich in den letzten Jahrzenten als stabiler Markt behauptet und gewinnt nun aufgrund der politischen Entscheidungen deutlich an Dynamik.

Nachhaltige Anlagen im Aufwind

Dass dies attraktive Investitionschancen eröffnet, lässt sich an zwei Entwicklungen ablesen: Zum einen sind Logistik-Investments aktuell sehr gefragt. So hat der Aktienindex „DAX Transport Logistik“, der die Wertentwicklung deutscher börsennotierter Logistikgesellschaften abbildet, seit Beginn der COVID-19-Pandemie mehr als 60 Prozent an Wert gewonnen. Zum anderen steigt die Nachfrage nach „grünen“ Investitionsmöglichkeiten. Ein Beispiel: Das Volumen nachhaltiger Fonds beträgt mittlerweile knapp 200 Milliarden Euro und hat sich seit 2017 mehr als verdoppelt – beste Argumente also für Investments, die beide Welten miteinander verbinden.

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