Flüssiggas-Tankstelle in Bremerhaven

Bremerhaven

Die industrielle Schifffahrt verursacht drei bis vier Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Das in Tankern und Frachtschiffen üblicherweise verwendete Schweröl ist sogar der umweltschädlichste Treibstoff überhaupt – ein einziges dieser Schiffe verursacht vergleichbare Umweltschäden wie 50 Millionen Autos. Eine klima- und umweltfreundlichere Alternative für die Schifffahrt ist Flüssiggas. In Bremerhaven – einer der größten europäischen Hafenstädte – entsteht eine Tankstelle für den potentiellen Schiffstreibstoff der Zukunft.

Robert Howe, technischer Geschäftsführer der zuständigen Hafengesellschaft bremenports ist überzeugt, dass kein Weg an Flüssiggas alias „Liquefied Natural Gas“ (LNG) vorbei führt: „LNG bietet eine ökologisch sinnvolle Alternative zu Schweröl und Schiffsdiesel.“ Durch den Einsatz des Flüssiggases wird der Ausstoß von Stickoxid „um etwa 85 Prozent reduziert“ und „Kohlendioxid immerhin noch um zehn bis 25 Prozent“. Emissionen von Schwefeloxiden und Feinstaub können laut Howe mit dem Alternativtreibstoff sogar vollständig vermieden werden.

Dass Flüssiggas eigentlich noch auf seinen endgültigen Durchbruch in der Seeschifffahrt wartet, stört auch Bremens Hafensenator Martin Günthner daher nur wenig: „Der Welthafen Bremerhaven bereitet sich darauf rechtzeitig vor.“ Er sieht das LNG-Tanklager im stadtbremischen Hafengebiet als zentrales Projekt auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Überseehafen und als sinnvolle Förderung einer umweltfreundlichen Technologie mit großem Potential. Da sich das Flüssiggas auch für Lastwagen und Busse eignet, laufen auch bereits Verhandlungen mit weiteren potentiellen Partnern, wie Logistikunternehmen mit eigenem Fuhrpark.

Die neue Flüssiggas-Tankstelle in Bremerhaven wird von bremenports gemeinsam mit der auf LNG spezialisierten und in Hamburg ansässigen Bomin Linde LNG realisiert und soll bereits 2014 in Betrieb gehen. Ob sich Flüssiggas tatsächlich als Schiffstreibstoff der Zukunft durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Eine andere interessante Alternative zu Schweröl ist Algenöl.

Matthias Schaffer

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