Strom wird immer teurer

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Wie schon in den letzten zwölf Jahren werden auch zum kommenden Jahreswechsel die Strompreise wieder ansteigen. Kunden müssen mit einer Strompreiserhöhung von rund vier Prozent zum Jahr 2012 rechnen – immerhin deutlich weniger, als zum Ende des vergangenen Jahres.

Damals zog der Strompreis im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent an. Grund dafür, dass Stromkunden immer tiefer in die Tasche greifen müssen, sind vor allem die höheren Umlagen für die Erneuerbaren, die notwendigen Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur, aber auch die gestiegenen Großhandelspreise. Energielieferanten schlagen, sobald ihre Anlagen nicht mehr ausgelastet sind, nämlich mit höheren Kosten zu, um vormals getätigte Investitionen zu refinanzieren.

Im Gegensatz zum Brüsseler Entwurf für den „Energie-Fahrplan 2050“, hält Deutschland weiterhin an hohen Subventionen für Sonnenstrom und Co. fest. Die Ansätze der EU sehen mit fortschreitender Technologie hingegen auch sinkende Kosten für ebendiese und daher ein Absenken der finanziellen Förderung für sinnbringender. Die Umstellung auf eine klimafreundliche Energieversorgung soll die privaten Haushalte künftig immerhin mit bis zu 15 Prozent ihres Einkommens belasten.

Dabei zeigen die neuesten Berechnungen des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), dass die EEG-Umlage künftig den Strompreis nur noch gering belastet. Ab 2012, so die Berechnungen, würde jede Erweiterung der Solarstromleistung um ein zusätzliches Gigawatt mit nur 0,03 Cent je Kilowattstunde Strom in den Umlagekosten zu Buche schlagen. Zumindest auf dem Solarstromsektor liegt die EU-Kommission in Brüssel mit ihren Ansätzen daher gar nicht so verkehrt, denn auch ohne Förderung kann sich die Sonnenenergie in Zukunft selber tragen.

Zu dem Schluss kommt zumindest das Beratungsunternehmen Roland Berger. Schon 2013 soll nach Prognosen von Berger der eigen produzierte Strom günstiger sein, als viele Stromtarife der Energieversorger. Ab dem Jahr 2017 können Solaranlagen auf Hausdächern, zumindest bei hohem Eigenstromverbrauch, dann gänzlich ohne finanzielle Förderprogramme rentabel arbeiten.

Judith Schomaker

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