Energiewende belastet Bürger

Ausbau erneuerbarer Energien ist nicht ganz billig

Erneuerbare Energien stehen weltweit auf Wachstumskurs. Zumindest, was das Investitionsinteresse auf dem grünen Energiesektor in Osteuropa, Afrika, Asien und Lateinamerika angeht. Hierzulande mehren sich hingegen die Proteste aus der Bevölkerung, wenn es darum geht, die Kosten für die ehrgeizigen Investitionspläne der Bundesregierung zum Ausbau der erneuerbaren Energien durch höhere Energiekosten zu kompensieren.

Stetig steigenden Energiekosten schlagen den meisten Bundesbürgern nicht nur gehörig auf den Magen, sondern auch auf den Geldbeutel. Der massive Ausbau von Windparks, Netzen und Solaranlagen zur Erreichung des Atomausstiegs bis zum Jahr 2022 verschlingt immense Summen. Kosten, welche die Energie zum wahren Luxusgut machen. Derzeit zahlen Stromkunden für jede Kilowattstunden 3,59 Cent extra, die als EEG-Umlage den Ausbau der Erneuerbaren (mit-) finanzieren soll. Fachleute sind sich mittlerweile einig, dass die Umlage im kommenden Jahr um gut 50 Prozent ansteigen könnte. Dann werden für die Energiewende knapp 5,3 Cent je Kilowattstunde fällig, der Netzausbau ist hierin allerdings noch nicht kalkuliert.

Immer weniger Menschen sind daher bereit, den Kurs der Kanzlerin weiterhin zu unterstützen. War nach dem Atomunglück von Fukushima noch ein Großteil der Bevölkerung bereit, die Mehrkosten für einen Atomausstieg in Kauf zu nehmen, so hat sich das Blatt mittlerweile gewendet. 41 Prozent der Deutschen sind nicht gewillt, mehr Geld als bislang für die Wende auszugeben, wie eine aktuelle Emnid-Umfrage ergeben hat.

Die öffentliche Unterstützung für die Energiewende gerät ganz schön ins Wanken, doch ohne Subventionen ist der massive Ausbau von Windkraft und Co. kaum möglich. Dabei nimmt die staatliche Regulierung der Stromversorgung immer weiter zu – und die Belastung der Bürger. Auch das Hauptproblem der Energiewende, die Einspeiseunregelmäßigkeiten durch Sonne und Wind erzeugten Strom, sind nicht gerade förderlich für einen eleganten Atomausstieg. Es fehlt an Speichermöglichkeiten und Leitungen, denn schon jetzt wird mehr Ökostrom produziert, als genutzt werden kann.

Bestes Beispiel hierfür sind die Offshore-Windparks vor deutschen Küsten, dessen „grüner“ Strom nicht dort ankommt, wo er dringend benötigt wird – im stark industrialisierten Süden des Landes. Zahlen muss der Kunde für den ungenutzten Ökostrom aber trotzdem. Es wird also höchste Zeit, dass die Energiewende nochmals überdacht wird, damit alternative Energien nicht zur Subventionsruine werden und der Ausstieg auch ohne eine Extrembelastung der Bürger gelingt.

Judith Schomaker

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