Wirtschaftlichkeit Photovoltaik in der Ära des EEGs 2

Dr. Dominik Dersch und Mohamed Agamia von der Matobis AG Investment Services beleuchten in der dreiteiligen Serie „Die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik in der Spät- und Post-Ära des EEGs“ Perspektiven, wie PV-Anlagen auch zukünftig profitabel betrieben werden können und richtet sich an Betreiber und Investoren von Dachanlagen im Privat- und Industriekundenbereich.

Der Einfluss von Eigenverbrauch auf die Rendite

Unsere Analyse in Teil 1 hat gezeigt, dass im aktuellen EEG Umfeld nur dann auch weiterhin attraktive Renditen erzielt werden können, falls die Systempreise deutlich fallen, um mit der abnehmenden Vergütung Schritt zu halten. Ein anderer möglicher Ausweg aus diesem Dilemma bietet jedoch die Berücksichtigung des Eigenverbrauchs.  

EEG und Eigenverbrauch. In der Anfangsphase des EEGs wurden Vergütungssätzen für Dachanlagen von 50,6 Cent pro Kilowattstunde (2001) bezahlt. Zur gleichen Zeit lag der Strompreis für private Haushalte bei 14,3 Cent pro Kilowattstunde. Im Rahmen des EEG 2009 konnte unter gewissen Umständen für den Eigenverbrauch von Strom aus Photovoltaikanlagen die EEG-Vergütung beansprucht werden.

Durch die starke Strompreissteigerung der letzten Jahre – seit 2011 liegt der Durchschnittliche Strompreis für private Haushalte über 25 Cent pro Kilowattstunde – gewinnt der Eigenverbrauch und die direkte Vermarktung von Strom an Endkunden neue Bedeutung. Mit der Novellierung des EEG 2012 sinkt der vergütungsfähige Anteil des gesamten Stromertrags für Dachanlagen von zehn Kilowatt bis ein Megawatt, die ab April 2012 in Betrieb genommen wurden, auf dann nur noch 90 Prozent. Damit muss der Eigenverbrauch beziehungsweise die Direktvermarktung bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen berücksichtigt werden.

Eine PV-Anlage mit Eigenverbrauch. In diesem Abschnitt erweitern wir die Betrachtungen zur Rendite eines Solarparks um eine Eigenverbrauchs- beziehungsweise Direktvermarktungskomponente. Neben dem EEG Tarif wird ein gewisser Anteil mit einem höheren Tarif vergütet.

Tabelle 11. Eine Dachanlage bis 40 Kilowattpeak eines Privatinvestors mit einer EEG-Vergütung von 16,14 Cent pro Kilowattstunde.

2. Eine große Dachanlage eines Industrieunternehmens mit einer EEG-Vergütung von 11,78 Cent pro Kilowattstunde.

Für beide Anlagen vergüten wir einen Anteil von Null Prozent, zehn Prozent, 20 Prozent und 30 Prozent zu einem höheren Tarif von 20 Cent pro Kilowattstunde. Alle weiteren Eckdaten sind wie in Tabelle 1 angegeben.

Abb2

Der Verlauf der Rendite als Funktion des Systempreises für die vier verschiedenen Anteile der höheren Tarifkomponente ist in Abbildung 2 und Abbildung 3 dargestellt.

Abb3

Ergebnisse. Durch die Beimischung eines Tarifs von 20 Cent pro Kilowattstunde ergibt sich ein höherer effektiver Tarif und damit erwartungsgemäß eine höhere Eigenkapitalrendite (IRR) der Anlage.

Tabelle3Tabelle 3 und Tabelle 4 fassen die Ergebnisse zusammen.

Bei einer Zweittarifkomponente von 30 Prozent steigt bei der kleinen Dachanlage die Eigenkapitalrendite um zirka 2,2 Prozentpunkte und bei der großen Dachanlage um 5,5 Prozentpunkte.

Die große Dachanlage erzielt Tabelle4damit eine Eigenkapitalrendite von zirka 8,5 Prozent wie sie typischerweise von Investoren gefordert wird.

Dr. Dominik Dersch und Mohamed Agamia

In dieser Reihe:
Auslaufmodell EEG

Jenseits des EEGs

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