BaumInvest: „Mit Geduld Geld verdienen“

Leo Pröstler, Gründer von BaumInvest

Jeder kennt sie: Die Bilder von brennenden Regenwäldern und die grünen Flächen auf der Weltkarte, die mit besorgniserregender Geschwindigkeit schrumpfen. Deshalb dürften viele Menschen feuchte Augen bekommen, wenn sie zum ersten Mal die Plantagen von BaumInvest besuchen. Denn hier, auf brachliegenden Weideflächen im Norden von Costa Rica, wird nicht gebrandschatzt, sondern aufgeforstet.

Auf den lieblichen Hügeln der Finca San Rafael werden Teakholz sowie einheimische Baumarten wie Roble Coral, Almendro, Cebo und Mangium angepflanzt. Manche der Bäume sind erst fußgroß, andere haben bereits die beachtliche Größe von acht bis zehn Metern erreicht. Zwischen den Bäumen bauen die Baumpfleger aus der Region Gemüse und Gewürze an. An anderen Stellen gibt es Inseln von Bäumen, auf denen unberührter Regenwald wuchert.

In diesen Schutzzonen soll sich die Natur ohne menschlichen Eingriff entwickeln können. „Wir achten darauf, dass mindestens 20 bis 30 Prozent des Plantagenareals unbewirtschaftet bleibt“, sagt Leo Pröstler, der Gründer von BaumInvest und Initiator der Baumpflanzung in der Provinz Alajuela.

Nicht sentimentales Weltrettertum, sondern ein ausgeklügeltes unternehmerisches Konzept ist der Nährboden für die Bäume, die hier nach allen Regeln der Kunst angepflanzt und vermarket werden. „Drei-Säulen-Modell“ nennt Pröstler das Unternehmenskonzept, das der Freiburger Unternehmer gemeinsam mit seinem Sohn auf zwei Plantagen verwirklicht. Es verbindet die Aufforstung mit tropischen Mischwäldern, ökologische Landwirtschaft und den Aufbau von Naturreservaten. Für die Anleger bedeutet das Drei-Säulen-Modell eine Rendite in dreifacher Hinsicht: Das Projekt erwirtschaftet eine jährliche Verzinsung ihres Kapitals von sieben Prozent, leistet aber auch einen Beitrag zum Klimaschutz und schafft langfristige Arbeitsplätze für die Menschen vor Ort.

Das Modell überzeugt nicht nur auf dem Papier: 7,8 Millionen Euro Eigenkapital von 637 Gesellschaftern konnten die Pröstlers für den BaumInvest-Fonds I einwerben, mit dem die erste Plantage, die Finca San Rafael finanziert wurde. Mittlerweile hat das Unternehmen den zweiten Fonds auflegt, mit dem eine Fläche 350 Hektar aufgeforstet werden soll. Ein Viertel des benötigen Kapitals wurde von den Anlegern bereits drei Monate nach Öffnung des Fonds aufgebracht.

Pröstler selber ist Unternehmer „aus Leidenschaft“ und führt BaumInvest gemeinsam mit seinem Sohn Stefan, der fast ganzjährig als Geschäftsführer auf den Plantagen arbeitet. Um ihre Vision Wirklichkeit werden zu lassen mussten die beiden etliche bürokratische Hürden überwinden – nicht nur in Deutschland: „In Costa Rica müssen Sie jede Überweisung einzeln abwickeln, auch wenn Sie jeden Monat den gleich Betrag überweisen,“ so Pröstler Senior. Dennoch überwiegen bei der Tropenrepublik als Investitionsstandort klar die Vorteile, gilt doch Costa Rica als eine der politisch und wirtschaftlich stabilsten Regionen in ganz Lateinamerika.

Zu den Investoren, die sich an den BaumInvest-Plantagen beteiligen, zählen viele Pioniere der grünen Unternehmerszene, aber auch zahlreiche Privatanleger, die ein sicheres und langfristiges Investment suchen. „Die Finanzkrise hat zu unseren Gunsten gearbeitet, weil die Leute verstehen, dass Realitäten wie Grund und Boden etwas anderes sind als in eine Finanztransaktion zu investieren,“ kommentiert Pröstler, der seit den Turbulenzen am Finanzmarkt einen regen Zulauf an Anlegern beobachten konnte.

Doch nicht nur die Krise hat das Interesse am Holz als Investment verstärkt, auch der global wachsende Bedarf nach Bauholz lockt viele Spekulanten, sich auf diesem Gebiet zu engagieren. So dürften große Bestände an Tropenhölzern künftig in chinesischen Schrankwänden oder Parkettböden verbaut werden. Wer Investmenttrends im Internet verfolgt, kann die mit zweistelligen Renditen lockenden Werbeangebote für Holzinvestments nicht übersehen.

Spekulationsgelüste dürften bei den Anlegern von BaumInvest jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielen: Die Beteiligungsdauer beträgt 25 Jahre, was in etwa der Zeit entspricht, die ein Teakholzbaum benötigt, um die Verkaufsreife zu erreichen. „Unsere Anleger sind Menschen die überzeugt sind, dass man auch mit Geduld Geld verdienen kann“, bilanziert Pröstler.

CleanEnergy Project Networking-Dinner mit Leo Pröstler, Geschäftsführer von BaumInvest, am 20. Mai 2010

Birte Pampel

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