Emissionshandel in Kalifornien ab 2012

San Diego, Kalifornien; Foto: shutterstock

Der US-Bundesstaat Kalifornien beginnt ab dem Jahr 2012 den Emissionshandel nach europäischem Vorbild und präsentiert sich damit einmal mehr als Vorreiter in den USA in Sachen Umweltpolitik. Ob das Konzept jedoch von den USA übernommen wird, ist weiterhin fraglich.  Im Februar 2007 hatten sich die Mitglieder der so genannten ‚Western Climate Initiative‘, darunter Arizona, Oregon und New Mexico, das Ziel gesetzt, den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch zu senken.

Kalifornien will bis 2020 die aktuellen Treibhausgasemissionen um insgesamt 15 Prozent reduzieren. Das hat die zuständige Regulierungsbehörde Air Resources Board beschlossen.

Bislang ist es das größte Cap-and-Trade-Programm in den USA, mit dem Höchstgrenzen für den CO2-Ausstoß festgelegt werden und Unternehmen mit Emissionsrechten handeln dürfen. Das Programm betrifft 360 Unternehmen mit insgesamt 600 Produktionsstandorten aus verschiedensten Industriebereichen, darunter Kraftwerke und Raffinerien. Es sollen Zertifikate verteilt werden, die zum Ausstoß von jeweils einer Tonne CO2 berechtigen. Mit diesen Emissionszertifikaten kann Handel betrieben werden. Unternehmen können Rechte, die sie nicht ausschöpfen wollen, also weiterverkaufen. Die Anzahl der ausgegebenen Rechte wird von Jahr zu Jahr reduziert. Zunächst werden die  Zertifikate umsonst ausgegeben. Das Programm soll 2012 auf die kanadischen Provinzen Ontario, Quebec und British Columbia ausgeweitet werden.

Währenddessen verteuert sich der Emissionshandel in den Euro-Ländern drastisch. In der EU wird seit 2005 mit Emissionsrechten gehandelt. Künftig müssen Industriekonzerne dabei hohe Zuzahlungen leisten. Von den Erhöhungen sind Branchen wie die Stahl-, Chemie-, Papier-, Glas- und Aluminiumindustrie betroffen.

Ursprünglich hatten die EU-Staats- und Regierungschefs 2008 festgelegt, dass Industrieunternehmen, die sich im internationalen Wettbewerb befinden, auch künftig die Zertifikate kostenlos erhalten, da andernfalls zu befürchten ist, dass sie ihre Produktionsstandorte in Regionen ohne Emissionshandel verlagern. Vor allem von Seiten der Stahlindustrie gab es harsche Kritik an den Neuerungen. Dort spricht man von rund 190 Millionen Euro zusätzlichen Kosten. Bundesumweltminister Norbert Röttgen dementiert diese Behauptung.

Josephin Lehnert

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