Die „grünen“ Stifte von Faber-Castell

Der Stifteproduzent Faber-Castell legt viel Wert auf Nachhaltigkeit. Neben hohen Umweltstandards ist die Unternehmensgruppe mehrfach CO2-neutral.

Laut dem Nachhaltigkeitsbericht der Faber-Castell Gruppe lag ihr Gesamtausstoß an CO2 2008 bei 20.607 Tonnen. Die firmeneigenen Wälder und Plantagen absorbieren dagegen etwa 100.000 Tonnen CO2, wodurch die Emissionen um ein Vielfaches neutralisiert werden.

Zur ökologischen Produktion bei Faber-Castell gehören sowohl eine nachhaltige Holzwirtschaft als auch eine umweltfreundliche Verarbeitung. So gehören zu dem Unternehmen 10.000 Hektar eigene Pinienplantagen im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais – 2.500 Kilometer von den Regenwäldern des Amazonas entfernt. Jedes Jahr werden eine Million neuer Setzlinge der Art Pinus Caribea gepflanzt. Sie dienen dazu, die geernteten Baumreihen wieder aufzuforsten, woraus sich ein ökologisch geschlossener Kreislauf ergibt. So wachsen stündlich 20 Kubikmeter Holz nach. Die Plantagen sind vom Forest Stewardship Council zertifiziert, der eine umweltgerechte, sozial verträgliche und wirtschaftlich nachhaltige Produktion garantiert. 75 Prozent des Holzbedarfs von Faber-Castell werden aus diesen Plantagen gedeckt. Ziel von Faber-Castell ist es, bis 2012 den FSC-zertifizierten Holzanteil auf 90 Prozent zu steigern. Doch Faber-Castell legt nicht nur Wert auf nachhaltige Produktion, sondern auch auf Transparenz. Deshalb kann die Herkunft des für die Stiftproduktion produzierten Holzes vom Ernten des Baumes bis zur Verpackung der Stifte nachvollzogen werden. Das garantiert die Chain of Custody Zertifizierung (FSC-CoC). Von 2000 bis 2008 wurden alle drei Sägewerke und Stiftfertigungsstätten nach FSC-CoC zertifiziert. Dementsprechend findet weltweit vom aufgeforsteten Baum bis zum holzgefassten Stift eine durchgängig umweltgerechte Fertigung statt.

An allen Produktionsstandorten setzt Faber-Castell auf Nachhaltigkeit. Ein weiteres Beispiel bietet der Hauptsitz in Stein bei Nürnberg. Dort betreibt das Unternehmen eine eigene Wasserkraftanlage, mit der pro Jahr bis zu 1,45 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Dies macht etwa 25 Prozent der elektrischen Energie aus, die am Standort Stein verbraucht wird. Überdies werden am Standort Stein 3,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr über eine Pelletheizung erzeugt, was 25 Prozent der benötigten Wärmeenergie ausmacht. Faber-Castell verfügt in Stein über eine eigene Pelletieranlage, in der die Holzabfälle aus der Stiftproduktion zur thermischen Verwertung gepresst und gelagert werden.

Weltweit betrachtet deckt das Unternehmen den größten Anteil seines Energiebedarfs aus Holzabfällen und Wasserkraft. Der regenerative Energieanteil in der Produktionsstätte in Stein liegt bei über 40 Prozent und in Brasilien bei über 90 Prozent. Beim elektrischen Stromverbrauch beträgt der Anteil erneuerbarer Energie 68 Prozent.

Die im Jahr 1761 gegründete Unternehmensgruppe ist mit zirka zwei Milliarden Farb- und Bleistiften pro Jahr der größte Hersteller von Holzstiften. Weltweit beschäftigt Faber-Castell etwa 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Judith Kronberg

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