Der neue Online-Marktplatz Fairnopoly

Immer mehr (Ver-)Käufe werden heute über das Internet abgewickelt. E-Commerce gewinnt zunehmend an Bedeutung. Doch sind es aktuell eigentlich nur zwei große Online-Marktplätze, die das Geschäft unter sich aufteilen (Amazon und Ebay). Es besteht quasi ein Oligopol. Nun hat sich der Unternehmer Felix Weth mit einem Team von Mitstreitern daran gemacht, dies zu ändern – mit zwei Besonderheiten: Zum einen soll mit der Plattform Fairnopoly ein soziales Unternehmensmodell umgesetzt werden. Zum anderen soll der verantwortungsvolle Konsum besonders gefördert werden.

Der neue Online-Marktplatz soll den Nutzern selbst gehören. Daher ist Fairnopoly eine Genossenschaft. So ist es jedem möglich, durch den Kauf von Anteilen Miteigentümer des Unternehmens zu werden. Außerdem ist den Gründern von Fairnopoly wichtig, dass alle geschäftlichen Aktivitäten transparent ablaufen und jeder Anteilseigner Mitspracherecht hat.

Hinsichtlich des verantwortungsvollen Konsums bietet die Plattform für Anbieter von Fair-Trade-Produkten ebenso wie von Second-Hand-Ware besondere Konditionen. Darüber hinaus werden Informationen zur Nachhaltigkeit von Produkten sowie Hinweise auf faire, nachhaltige und lokale Alternativen angezeigt. Auch zur weltweiten Korruptionsbekämpfung will das Unternehmen einen Beitrag leisten. So wird von jeder Transaktion automatisch ein Prozent für diesen Zweck gespendet.

Weiterhin bedeutet fair, dass die Plattform unter eine Open-Source-Lizenz gestellt wird, so dass sich jeder Programmierer an der Weiterentwicklung beteiligen kann – und dafür auch entlohnt wird. Diese erfolgt für alle Mitarbeiter allerdings zunächst über sogenannte Fair Founding Points. Erst wenn das Projekt Erfolg hat, erhalten die Punkte auch einen realen Wert. Das Team von Fairnopoly besteht also aus echten Idealisten. Dabei sieht sich Fairnopoly auch als Teil einer größeren Bewegung von Menschen, die mithilfe des Internets selbstorganisiert und aktiv Möglichkeiten eines nachhaltigeren Wirtschaftens entwickeln.

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Die bisherige Unterstützung für Fairnopoly war groß, eine Crowdfunding-Kampagne bei „startnext“ sehr erfolgreich. Das Vierfache des mindestens benötigten Startkapitals ist dort in Form von Genossenschaftsanteilen zusammengekommen. Nun befindet sich die Plattform in der Pionierphase. Es können zwar bereits Verkaufsartikel eingestellt, jedoch noch nicht gekauft werden. Doch Mitte September soll es soweit sein – dann soll Fairnopoly in vollem Umfang nutzbar sein und so das faire Online-Shopping möglich machen.

Birte Moritz

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