Solarinitiative richtet sich an deutsche Unternehmen

Solarzellenproduktion

Die Region Greater China ist mittlerweile Produktionsstätte von 50 Prozent aller weltweit hergestellten Solarmodule. Das Industriewachstum ist nach wie vor ungebremst: Allein zwischen 2007 und 2009 stieg die Produktionskapazität von einem auf 3,9 bis 4,4 Gigawatt. Doch obwohl China mittlerweile Weltmeister in der Modulherstellung für Solaranlagen ist, werden global betrachtet nur insgesamt ein Fünftel der Produkte entlang der Wertschöpfungskette in China hergestellt. Dies zeigt, dass große Teile der für den Produktionsprozess notwendigen Anlagen nach China importiert werden müssen.

Führende deutsche Anbieter bereits in China vertreten

Der Großteil der chinesischen Fertigungsanlagen weist bereits Ausrüstungsteile führender deutscher Anbieter auf. Gerade die deutsche Industrie könnte sich allerdings noch stärker am chinesischen Markt positionieren, da beträchtliches Potenzial hinsichtlich der Effizienzsteigerung der chinesischen Solarindustrie besteht. Mit dem Ziel, dieses Potenzial auszuschöpfen und Effizienz „made in Germany“ einzuführen, hat econet china, eine Informations-, Netzwerk- und Marketingplattform für deutsche Bau-, Energie- und Umweltunternehmen in China, eine Solarinitiative ins Leben gerufen, die gezielt chinesische Solarproduzenten anspricht.

Die Initiative vermittelt Zugang zu deutschem Know-how in den Bereichen Prozessoptimierung, Ressourceneffizienz (einschließlich Energieeffizienz) sowie Materialrecycling und stellt damit nicht nur einen Schritt zu sauberer Produktion dar, sondern ermöglicht es chinesischen Unternehmen, durch die Zusammenarbeit mit deutschen Experten höhere Leistung und Qualität zu erzielen sowie Kosten zu reduzieren. Deutsche Unternehmen können ab sofort der Solarinitiative beitreten. econet china agiert dabei als Koordinator und unterstützt mit seinem breiten Netzwerk und Kontakten zu wichtigen Entscheidungsträgern der Branche.

Abwanderung der deutschen Solarindustrie ins Ausland

Eine lohnende Option für die deutsche Photovoltaik-Branche, denn die steigende Konkurrenz aus dem Ausland, vor allem aus China, wo niedrige Lohnkosten und günstige Staatskredite die Solarindustrie kennzeichnen, hat enormen Druck ausgeübt, auch hierzulande die Kosten für den Bau von Solaranlagen zu reduzieren. Eine Teilnahme an der Initiative könnte bei vielen Solarunternehmen in Deutschland auch die Entscheidung relativieren, die Produktion auf absehbare Zeit ins Ausland zu verlegen.

Daniel Seemann

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