Niedriger Energieverbrauch durch neue Energiestandards

Energieeffizienz; Bild: shutterstock

Mit neuen Standards könnte China seinen Energieverbrauch in Neubauten im Vergleich zur bisherigen Norm um bis zu 80 Prozent senken. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) in Zusammenarbeit mit dem Bundesbauministerium und dem chinesischen Bauministerium (MoHURD) erstellt hat.

Nach vier definierten Standards soll die in China verfügbare Technik in verschiedenen Klimazonen und Gebäudetypen wirtschaftlich umgesetzt werden. Zentrales Ergebnis der dena-Studie: Bei den untersuchten Gebäudetypen könnte die meiste Energie durch den Einbau von Lüftungs- und Sonnenschutzsystemen eingespart werden. Weitere wichtige Maßnahmen sind bessere Standards für Gebäudedämmung und der Einbau von effizienter Heiz- und Kühltechnik.

Realistische Zielvorgaben

Die in der Studie definierten Effizienzstandards orientieren sich an den Klimazonen Peking und Schanghai sowie an den Gebäudetypen Wohnhaus und Bürohaus. Die von der dena vorgeschlagenen Standards geben einen Energieverbrauch vor, der zwischen 40 und 80 Prozent unter dem chinesischen Mindeststandard liegt. Damit hat die dena realistische Zielvorgaben erstellt, die dazu beitragen sollen, die chinesischen Energie- und Klimaschutzziele zu erreichen.

Gleichzeitig können die neuen Standards als Bewertungsskala für ein Zertifizierungsverfahren der energetischen Gebäudequalität im chinesischen Markt genutzt werden. Jeder Standard gibt Richtwerte für Dämmung, Heizung, Kühlung und Lüftung vor. Hinzu kommen Empfehlungen zur Qualitätssicherung beim Bau. Ausgangsbasis waren die Erfahrungen mit dem Bau energiesparender Gebäude in Deutschland.

Gebäudebestand in China wächst immer schneller

Bei der Übertragung auf den chinesischen Markt kam es vor allem darauf an, die klimatischen, wirtschaftlichen und technischen Bedingungen zu berücksichtigen. Der Gebäudebestand wächst in China jährlich um neun Prozent, zuletzt kamen über zwei Milliarden Quadratmeter Gebäudefläche in einem Jahr neu hinzu – das entspricht in zwei Jahren etwa der gesamten Gebäudefläche Deutschlands.

Daniel Seemann

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