Airbus & Siemens: 2030 erste Elektro-Linienflugzeuge

Elektromobilität - Kooperation Siemens & Airbus
Elektromobilität - Kooperation Siemens & Airbus

Airbus und Siemens wollen bis 2020 beweisen, dass es möglich ist, Flugzeuge mit Hybrid-Elektroantrieb zu bauen. Dazu haben die beiden Konzerne gestern eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Sie wollen mehrere hundert Millionen Euro in die Entwicklung der ersten elektrischen Antriebssysteme stecken. Airbus zeigte sich überzeugt, dass bis 2030 die ersten kommerziellen Elektro-Passagierflugzeuge in der Luft sein werden.

Der weltweit Luftverkehr boomt. Immer größere Flugzeuge transportieren immer mehr Passagiere. Und das für immer weniger Geld. Das bringt jedoch gerade für den Klimaschutz große Probleme mit sich. So sind die neuen Flugzeugmodelle zwar deutlich emissionsärmer als früher, doch der Luftverkehr nimmt gleichzeitig rasant zu.

Bis 2050 rechnen Experten mit einem Anstieg des Luftverkehrsaufkommen zwischen 300 und 700 Prozent. Schon heute ist der Luftverkehr der Bereich, in dem die jährlichen Emissionen am stärksten steigen. Um die im Pariser-Klimaschutzabkommen vereinbarten Ziele zu halten, bedarf es demnach dringend alternativer Luft-fahrttechnologien.

Viele Fluggesellschaften setzten daher große Hoffnungen in die Elektromobilität. Ein elektrisch betriebenes Flugzeug flöge weitgehend CO2-neutral und völlig ohne Schadstoff-Ausstoß. Zudem würde der Fluglärm deutlich verringert. Doch noch steckt diese Technologie in den Kinderschuhen.

Der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus und der Industriekonzern Siemens wollen elektrisch betriebene Flugzeuge dennoch schon bis 2030 zur kommerziellen Anwendung bringen. Die beiden Konzerne arbeiten künftig zusammen an den ersten Antriebssystemen für Elektro-Linienflugzeuge.

Dazu unterzeichneten Siemens-Chef Joe Kaeser und Airbus-CEO Tom Enders gestern in Taufkirchen bei München eine Kooperationsvereinbarung. Ziel der Zusammenarbeit soll es sein, bis 2020 den Beweis für die Machbarkeit von hybrid-elektrischen Antriebssystemen für Passagierflugzeuge zu erbringen.

Dazu wollen die beiden Konzerne verschiedene Antriebs-Prototypen entwickeln, die künftig in Flugzeugen mit bis zu 100 Sitzen zur Anwendung kommen sollen. In einer Mitteilung hieß es, die neuen Antriebe sollen je nach Ausführung eine Leistung zwischen wenigen hundert Kilowatt und zehn und mehr Megawatt erzielen. Damit könnten die E-Flugzeuge künftig für Kurz- und Mittelstreckenflüge eingesetzt werden. Zudem sollen die neuen Antriebssysteme in Helikoptern und unbemannten Flugzeugen verbaut werden.

„Wir sind überzeugt, dass bis zum Jahr 2030 Verkehrsflugzeuge mit einer Kapazität von unter 100 Passagieren mit hybriden Antriebssystemen fliegen könnten, und wir sind entschlossen, diese Möglichkeiten gemeinsam mit Weltklassepartnern wie Siemens zu erforschen“, erklärte Airbus-CEO Tom Enders in der Mitteilung.

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Siemens und Airbus haben für das Großprojekt bereits rund 200 Mitarbeiter zusammengezogen. Insgesamt sollen laut Medien-berichten mehrere hundert Millionen Euro in die Entwicklung der Prototypen investiert werden. „Mit dem Einstieg in die hochinnovative Flugzeugantriebstechnik schlagen wir ein neues Kapitel in der Elektromobilität auf“, so Siemens-Chef Joe Kaeser.

Die E-Flugzeuge sollen in Zukunft helfen, die enormen CO2-Emissionen im Flugverkehr deutlich zu verringern, und so dazu beitragen, das europäische Klimaschutzziel zu erreichen. Dieses sieht vor, die CO2-Emissionen bis 2050 um 75 Prozent zu reduzieren. Diese Vorgaben lassen sich mit herkömmlichen Technologien nicht erreichen, schreiben die Konzerne.

Quelle: Siemens Presse 

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