Adidas: Produkte bald aus Meeres-Plastikmüll

Adidas will künftig Materialien aus Meeresplastik entwickeln, die zur Herstellung von Adidas-Produkten verwendet werden sollen.

Adidas will künftig Plastikmüll aus dem Meer als Rohstoffquelle für seine Produktion nutzen. Das teilte das Unternehmen am Montag in einer Pressemeldung mit. Dazu will Adidas eine Partnerschaft mit „Parley for the Oceans“ eingehen, einer Organisation, die sich für den Schutz der Ozeane einsetzt. Mit der Maßnahme will der Sportartikelhersteller seine Nachhaltigkeitsstrategie verbessern und im Zuge dessen sogar Plastiktüten aus seinen Geschäften verbannen.

Adidas schrieb (pdf), es sei ein langfristiges Partnerprogramm mit Parley for the Oceans geplant, das unter anderem direkte Maßnahmen gegen die Verschmutzung der Ozeane mit Plastikabfällen vorsehe. Dazu will Adidas aus Meeresplastikabfall Materialien entwickeln, die dann in die Produkte integrieren werden sollen, beispielsweise in dessen Schuhe.

Die Erhaltung der Ozeane sei für die adidas Gruppe eine Herzensangelegenheit, sagte Adidas Vorstandsmitglied Eric Liedtke dazu. „Durch die Zusammenarbeit mit Parley for the Oceans tragen wir zu einer großartigen Umweltschutzmaßnahme bei. Gemeinsam kreieren wir aus Meeresplastikmüll gewonnene Materialien, die wir in unsere Produkte integrieren.“ Parley for the Oceans Gründer Cyrill Gutsch, sagte zu der Partnerschaft: „Unsere Ozeane gehen zugrunde und wir haben nicht mehr viel Zeit, dies aufzuhalten. Niemand kann das alleine bewältigen. Alle müssen an der Lösung mitarbeiten. Zusammenarbeit ist hier die Zauberformel“.

Bereits seit einigen Jahren versucht Adidas sein in anderen Bereichen so mühsam gepflegtes Image auch im Bereich Produktnachhaltigkeit aufzubessern. Greenpeace bemängelte in der Vergangenheit immer wieder unsaubere Produktionsmethoden in den Adidas-Fabriken in Südostasien. Daraufhin verpflichtete sich die Firma 2011, in der Textilherstellung weniger Schadstoffe zu verwenden. Nach weiterem Druck von Greenpeace, diesem Versprechen endlich entsprechende Taten folgen zu lassen, gab Adidas schließlich 2014 bekannt, im Zuge der Greenpeace Detox-Kampagne bis 2020 völlig auf den Einsatz umwelt- und gesundheitsschädlicher Chemikalien in der Textilherstellung verzichten zu wollen und legte einen entsprechenden Entgiftungsplan vor.

Auch andere Markenhersteller, wie Puma oder Nike haben mittlerweile erkannt, dass sie mit einem „grünen“ Image nicht nur dem Planeten etwas Gutes tun, sondern auch Geld verdient können, da sich bei immer mehr Menschen langsam das Bewusstsein gegenüber unserem Planeten ändert und dementsprechend mehr und mehr Wert auf eine möglichst umweltfreundliche und sozialverträgliche Produktion gelegt wird.

Auch Adidas scheint zu begreifen, dass ein grünes Image eine Reihe von Vorteilen mit sich bringt und arbeitet fleißig am neuen „grünen“ Bild der Firma. So hat der Sportartikelhersteller neben dem erklärten Verzicht auf schädliche Chemikalien in der Produktion unter anderem die sogenannte „DryDye“- Technologie entwickelt. Dabei werden die verwendeten Stoffe ohne die ansonsten übliche Zugabe von Wasser eingefärbt. Darüber hinaus sinken Energiebedarf und Chemikalieneinsatz um etwa 50% im Vergleich zu traditionellen Färbeprozessen, schreibt Adidas auf seiner Website. Durch die neue Methode wurden nach eigenen Angaben bis Ende 2014 rund 100 Millionen Liter Wasser bei der Textilherstellung eingespart.

Jetzt will Adidas sogar auf die Verwendung von Plastiktüten verzichten und so einen weiteren Beitrag zur Müllvermeidung leisten. Frank Henke, Leiter Soziales und Umwelt der adidas Gruppe, sagte dazu: „Durch die Partnerschaft mit Parley for the Oceans haben wir bereits einige unserer Geschäftspraktiken überprüft. Plastiktüten aus unseren eigenen Geschäften zu verbannen ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“

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Durch die Partnerschaft solle außerdem ein umfassendes Netzwerk entstehen, um möglichst viele verschiedene Menschen, darunter Sportler, Prominente, Wissenschaftler und Umweltschützer „mit ins Boot zu holen“, damit sich diese ebenfalls „beim Schutz der Ozeane einbringen können“, so Adidas in der Pressemeldung. Die ersten Produkte, die mit Materialien aus Meeresplastik hergestellt wurden, soll es nach eigenen Angaben schon ab 2016 zu kaufen geben. Wie sich der ungewöhnliche Rohstoffeinsatz auf die Preise der betreffenden Textilien und Schuhe auswirken wird, darüber machte Adidas bislang keine Angaben.

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