Wirksamkeit von Enzymzusätzen in Biogas nicht belegt

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Wissenschaftler haben die Wirksamkeit des Einsatzes von Enzymen in der Biogaserzeugung untersucht. Die Ergebnisse sind zwiespältig. Eine wirklich effizienzsteigernde Wirkung von Enzymzusätzen ließ sich nicht nachweisen.

In Biogasanlagen werden schon seit Jahren Enzympräparate eingesetzt. Diese sollen angeblich die Methanausbeute steigern. Sie sollen helfen, die schwer abbaubaren Faserbestandteile von Pflanzen zu zerlegen und den Produktionsprozess beschleunigen. Doch in der Realität lässt sich die Wirksamkeit der Präparate nicht eindeutig belegen, wie ein Praxistest zeigt. Wissenschaftler des Leibnitz-Instituts für Agrartechnik Potsdam-Bornim (ATB) haben zusammen mit Partnern in einem vierjährigen Verbundvorhaben die Wirkungsweise von Enzymen im Biogasprozess untersucht. Im Projekt „BiogasEnzyme“ wurden unterschiedliche Enzympräparate an unterschiedlichen Substraten wie Mais, Grassilage, Hirse oder Hühnertrockenkot getestet. Die Untersuchung wurden sowohl im Labor als auch in Praxisanlagen unter Anwendung einheitlicher Methoden durchgeführt, um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten.

Die Forscher konnten einen geringen positiven Effekt der Enzymzugabe auf die Energiebilanz erkennen. Das traf vor allem auf cellulolytische und proteolytische Präparate zu. Allerdings standen die Vorteile in keinerlei Verhältnis zu den Einsatzkosten. „Wir konnten tendenziell positive Effekte einer Enzymzugabe auf die Energiebilanz erkennen. Aus ökonomischer Sicht stehen den positiven Effekten durch eine höhere Gasproduktion und verringerte Substrat- und Betriebskosten aber die relativ hohen Kosten für den Enzymeinsatz entgegen“, erklärte Projektleiterin Dr. Monika Heiermann. Andere Versuche waren weniger zufriedenstellend. Die in der Praxis häufige Zugabe von Enzymen in mesophil betriebene Fermenter etwa zeigte weder eine Steigerung der Biogasproduktion noch eine stabilisierende Wirkung der Enzyme im Prozess.

Insgesamt seien die Ergebnisse aus den Praxisanlagen schwer zu werten, sagte Heiermann, da es auch bei intensiver Planung und Beratung schwierig sei eine Biogasanlage über längere Zeit konstant zu betreiben. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus den Versuchen sollen als Grundlage für weitere Forschungen dienen, unter anderem zur Entwicklung neuer Enzympräparete. Immerhin steckt die Forschung in diesem Bereich noch in den Kinderschuhen. „Bisher lagen zur Wirkung von Enzymen nur eher punktuelle und kaum übertragbare wissenschaftliche Erkenntnisse vor“, so Heiermann.

 

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