Wildpflanzen sammeln in der Stadt

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Selbstversorgung Teil VIII
Selbstversorgung Teil VIII

Meistens denkt man bei dem Begriff „Selbstversorgung“ doch eher an ländliche Weite, urige Bauernhöfe, viele Tiere und eine ganze Menge Arbeit. Dabei gibt es richtig viel, was man auch in der Stadt tun kann! Und weil das viel Freude macht und das meiste davon gar nicht so schwer ist, geht es in unserer Samstagsserie um die wichtigsten Möglichkeiten.

Teil VIII: Wildpflanzen sammeln in der Stadt

Wer einmal anfängt, sich mit essbaren Wildpflanzen zu beschäftigen, der wird bald aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen und die Welt mit anderen Augen sehen.

Unglaublich viel von dem, was um uns herum wächst, egal ob in den Städten oder auf dem Land, ist essbar und nicht selten sogar richtig lecker.

Viele Pflanzen, auf denen wir in der Regel nur „herumtrampeln“ sind zudem auch ganz großartige Nährstofflieferanten und wichtige Heilpflanzen.

Auch in den Städten können wir dieses wertvolle Grün finden, sammeln und verspeisen, wenn wir ein paar Dinge dabei beachten…

Worauf sollte man beim Wildpflanzen sammeln in der Stadt achten?

Ernte nur Wildpflanzen, die du auch sicher erkennst

MK GaensebluemchenEigentlich klar. Denn es gibt natürlich auch Wildpflanzen, die Übelkeit oder Schlimmeres verursachen können – manchmal sind es auch nur einzelne Pflanzenteile, die wir nicht vertragen.

Fange am besten mit den Klassikern an, die leicht zu erkennen sind: Gänseblümchen, Löwenzahn, Brennnessel und Co.

Nimm dir dann nach und nach immer ein weiteres Kraut mit in deine „Sammlung“ auf, mit dem du dich beschäftigst und bei dem du die sicheren Merkmale lernst.

Tausch dich mit anderen aus und zeigt euch gegenseitig eure Lieblingswildpflanzen – so lernt es sich schnell, nachhaltig und mit Freude!

Ernte nur so viel Du brauchst

„Ein unsichtbarer Sammler ist ein guter Sammler“ – hieß es einmal irgendwo und trifft es sehr gut. Ein guter Rat ist, nicht mehr als 1/3 einer Pflanze und an einer Sammelstelle zu ernten.

So bleibt auch noch was für andere – und der Pflanze genug Kraft, um sich bis zum nächsten Besuch wieder zu erholen.

Vertrau auf Deine Intuition und Deine Sinne

Man kann nicht vorab pauschal sagen, welche Pflanzen man wie gut verträgt. Vertrau auf deine Intuition und Deine Sinne. Probier erst mal. Pur. Sei achtsam. Und nimm erst dann mehr davon.

Denn: die Dosis macht das Gift.

Vorsicht ist vor allem geboten, wenn Wildpflanzen mit anderen Zutaten gemischt werden – wie gesagt: probiere lieber erst mal pur.

Heilkräuter für Mensch und andere Tiere

Pflanzen sind wahre Fundgruben an nützlichen, heilsamen Inhaltsstoffen. Und Wildpflanzen sind ihrenMK Johanniskraut in Bluete kultivierten Kollegen in diesem Bereich oftmals sogar weit überlegen.

Es lohnt sich wirklich, sich mit den Heilkräften dieser Pflanzen zu beschäftigen, weil diese – richtig angewandt – sanft die Selbstheilungskräfte unterstützen und Erkrankungen lindern.

Aber es gehört schon einiges an Wissen und Erfahrung dazu, gröbere Leiden mit Kräutern zu behandeln – lass Dich im Zweifelsfall von einem fachkundigen Arzt oder Heilpraktiker beraten!  

Keine Angst vor dem Fuchsbandwurm

Zwar ist der Fuchsbandwurm (unbehandelt) durchaus gefährlich – eine Infektion aber auch sehr unwahrscheinlich. Laut herbalista.eu gebe es „keine Hinweise auf die Übertragung durch den Verzehr von Wildpflanzen oder Waldbeeren“. Wahrscheinlicher sei da sogar noch eine Übertragung über das Streicheln von Fuchs oder Haustieren, durch Kontakt mit infizierter Erde – oder ein 6er im Lotto.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann das wie folgt:

1. Hände waschen und
2. Wildpflanzen waschen, kochen oder trocknen.

Welche Wildpflanzen kann man jetzt im Frühjahr schon sammeln?

Mancherorts liegt zwar noch Schnee – trotzdem spitzeln schon allerlei Frühlingsblumen und eben auch -kräuter durch die Erdkruste. Dazu gehören insbesondere:

  • unsere Klassiker: Löwenzahn, Brennnessel, Gänseblümchen, Klee
  • Vogelmiere (wächst weit verbreitet und üppig; schmeckt ähnlich wie Feldsalat)
  • Spitzwegerich & Breitwegerich (wichtige, schleimlösende Heilpflanzen)
  • Knoblauchsrauke (der Name kommt vom Geschmack – lecker!)
  • junge Blätter von Beerensträuchern – zum Beispiel: Brombeere, Erdbeere, Himbeere und Johannisbeere (eignen sich sehr gut für Teemischungen)
  • Bärlauch (mit ein bisschen Übung ist die Bestimmung kein Problem)
  • Brunnenkresse (wächst in feuchten Wäldern, insbesondere an Bachläufen)
  • Sauerklee (Vitamin-C-reich, aber (wie viele saure Pflanzen) hoher Gehalt an Oxalsäure – nicht zu viel davon essen!)

Kennst Du weitere wichtige Wildpflanzen für diese Jahreszeit? Dann gerne ab damit in die Kommentare!

Na, Lust bekommen, selbst zu säen, zu pflanzen, Hühner oder Bienen zu halten, zu gärtnern, zu sammeln und haltbar zu machen?

Oder hast Du weitere Ideen für mehr Selbstversorgung in der Stadt? Dann gerne ab damit in die Kommentare!

In weiteren Teilen dieser Serie geht es um selbst gemachte Naturmedizin und Kosmetik, DIY, Recycling, Upcycling und vieles mehr, was auch in der kleinen Stadtwohnung möglich ist.

Das Projekt „StadtSelbstversorger“ hat sich übrigens der Selbstversorgung in der Stadt verschrieben. Mehr Infos sowie Links und Artikel gibt es auf Facebook.

Erfahre mehr über die Möglichkeiten und die Philosophie der Selbstversorgung und nachhaltigen Landwirtschaft. Ab sofort immer samstags auf cleanenergy-project.de.

Mehr von der freien Autorin Nadine Wahl gibt es auf www.nadinecarolin.com sowie bei Facebook.

 

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