Wie wichtig sind Umweltbelange für Kaufentscheidungen?

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Umweltbelange für Kaufentscheidungen
Umweltbelange für Kaufentscheidungen

Mit Fragen rund um diesen Themenbereich beschäftigt sich die alle zwei Jahre von Tetra Pak® durchgeführte Verbraucherstudie „Environment Research“. Die Ergebnisse der 2015 in Zusammenarbeit mit Millward Brown durchgeführten Befragung ergaben, dass die Verbraucher immer mehr darauf achten, ob Produkte ökologisch verträglich sind. Zwei Drittel der Teilnehmer gaben an, sich für umweltfreundliche Produkte entschieden zu haben, auch wenn diese teurer waren. Ebenso viele meiden gewisse Marken oder Produkte aufgrund ökologischer Bedenken.

Bei der Erhebung wurden rund 6.000 Verbraucher und über 200 Vertreter aus insgesamt zwölf Ländern (Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Japan, Russland, Schweden, Südafrika, Türkei und USA) befragt. Mehr als drei Viertel der Befragten gaben an, dass die Umweltbilanz einer Verpackung ihre Entscheidung für den Kauf von Getränkemarken beeinflusst. Die Ergebnisse zeigen auch, dass Umweltfaktoren in Schwellenländern wie China, der Türkei, Brasilien und Indien eine deutlich größere Rolle bei Entscheidungen für eine Getränkemarke spielten als in Industrienationen wie Großbritannien, den USA oder Japan. Mehr als 60 Prozent der Befragten aus Indien, China und der Türkei gaben sogar an, immer auf die Umweltinformationen auf den gekauften Getränken zu achten. Dagegen waren es in den USA, Großbritannien und Japan weniger als 25 Prozent. Deutschland liegt mit 31 Prozent Mittelfeld – allerdings gaben auch weitere 52 Prozent der deutschen Teilnehmer an, bei der Produktwahl zwar nicht immer, aber manchmal, auf Umweltkennzeichnungen oder entsprechende Logos zu achten.

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©Tetra Pak

29 Prozent aller befragten Verbraucher nannten mangelnde Informationen als Hürde für den Kauf umweltverträglicher Produkte. Verbraucher mit Kindern achten insgesamt mehr auf die Wahl umweltfreundlicher Produkte.

Insgesamt stieg die Zahl der Umfrageteilnehmer, die Produkte nach Umweltkriterien auswählen und Verpackungen bewusst dem Recycling zuführen, seit 2005 kontinuierlich an.

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©Tetra Pak

Viele Lebensmittelhersteller reagieren laut Tetra Pak auf diese Entwicklung: Eine parallel durchgeführte brancheninterne Umfrage zeigt, dass viele Hersteller das Ziel von mehr Umweltverträglichkeit bereits in ihre Geschäftsstrategien integriert haben. Dazu gehört der Einsatz von nachhaltigen Rohstoffen, den mehr als die Hälfte der Befragten Hersteller bereits in ihre Strategie aufgenommen haben. Zudem erkennen immer mehr Hersteller im Einsatz nachwachsender Materialien eine Chance für eine bessere Produktdifferenzierung und -positionierung.

 

One Response

  1. Martin

    20. August 2015 16:35

    Der Trend zu nachhaltigen bzw. umweltfreundlicheren Produkten nimmt langsam Fahrt auf, aber es ist wohl noch ein langer Weg. Spannend finde ich es, dass sich der Gedanke in Ländern wie Indien und China, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten die industrielle Revolution Europas quasi im Eiltempo nachgeholt haben und die dabei nicht sehr zimperlich mit der Umwelt umgegangen sind, stärker bemerkbar macht, als im ach so grünen Deutschland. Ich frage mich alledings, ob das Umweltbewusstsein sich dort noch aus alten Zeiten erhalten hat oder ob es neu entstanden ist. In ersterem Fall droht es wohl eher im Rahmen der Industrialisierung abzunehmen, im zweiten Fall ist zu hoffen, dass es zunimmt.

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