Wenn das Zuhause mithört

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Smarthome
Smarthome

Unter dem Titel „LISTEN” wird im Rahmen eines neuen EU-Projekts ein Freisprechsystem für intelligentes Wohnen entwickelt. Partner aus Deutschland, Griechenland und Italien arbeiten gemeinsam an einer natürlich-sprachlichen Schnittstelle für Smart Homes. Damit sollen typische Funktionen in den „Intelligenten Häusern“, aber auch Web Services steuerbar sein.

Die Entwicklungen rund um das Thema Smart Home bieten viele Vorteile. Im Bereich Energieeffizienz lassen sich durch die intelligente Steuerung von Heizung und Klimaanlagen, der Energieversorgung, der Beleuchtung und Haushaltsgeräten signifikante Einsparungen erzielen. Weitere Vorteile im Alltag sehen die Befürworter für ältere Menschen oder Personen mit Behinderungen. Smart Home-Funktionen können den Haushalt erleichtern und mit Anbindungen zu medizinischen Diensten im Notfall sogar Leben retten.

Um die Steuerung der Geräte und Funktionen einfacher zu gestalten, arbeiten in dem im Sommer lancierten EU-Projekt Experten aus der Sprachtechnologie und der Signalverarbeitung zusammen an einer Sprachsteuerung. Sie entwickeln ein Mikrofon- und Spracherkennungssystem für intelligente Wohnungen, mit dem auch Internetanwendungen gesteuert werden können.

Das Ziel des auf vier Jahre ausgelegten Projekts ist, dass Nutzer mit dem System ausschließlich durch die Stimme interagieren können. Das System soll so beschaffen sein, dass die Nutzer sich nicht einem Mikrofon, einem anderen elektronischen Gerät oder einem Headset zuwenden müssen. Es sollen zudem mehrere Sprachen unterstützt werden, darunter Englisch, Griechisch, Italienisch und Deutsch. „Wir werden unser Spracherkennungssystem dergestalt optimieren, dass damit sowohl Internet-Dienste als auch Smart-Home-Funktionen genutzt werden können“, so Dr. Siegfried Kunzmann, Leiter für Forschung und Entwicklung am EML.

Projektpartner sind die RWTH Aachen, Cedat 85 (Italien) und die griechische Foundation for Research and Technology Hellas (FORTH), die auch die Projektkoordination durchführt. Die EML European Media Laboratory GmbH aus Heidelberg stellt ihre Spracherkennungslösung zur Verfügung und plant die Technologien und Werkzeuge im Laufe des Projekts weiter zu verbessern. Die teilnehmenden Partner möchten mit dem Projekt eine Brücke zwischen akustischer Sensorik und Spracherkennungsforschung bilden und die interdisziplinäre Forschung sowie den Austausch zwischen Universitäten und Unternehmen auf europäischer Ebene fördern.

Obwohl die Vorteile einer Sprachsteuerung klar auf der Hand liegen, sind auch Bedenken hinsichtlich der Absicherung eines solchen Systems zu erwarten. Bereits heute warnen Sicherheitsexperten davor, wie leicht die Kameras und Mikrofone in TV-Geräten, Laptops und PCs gehackt werden können, sodass vertrauliche Gespräche aufgenommen oder Bilder übertragen werden könnten.

Die Entwicklung wird auf jeden Fall spannend bleiben.

 

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