Weniger Treibhausgas in 2015

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Jedes Jahr im Frühjahr werden vorläufige Werte zum Treibhausgas-Ausstoßes aus dem Vorjahr vom Umweltbundesamt (UBA) bekannt gegeben. Die genaue Auswertung dauert etwas länger, sodass die amtlichen Zahlen für 2015 nun diese Woche veröffentlicht wurden. Bereits das zweite Jahr in Folge konnten die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr in Deutschland reduziert werden, auch wenn nur mit geringer Menge. Den größten Beitrag lieferte dazu die Energiewirtschaft. Die größten Sorgen bereitet nach wie vor der Verkehrssektor.

Bereits zum zweiten Jahr in Folge gingen die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland im Jahr 2015 zurück, teilte das Bundesumweltamt (UBA) diese Woche mit. Mit 901,9 Millionen Tonnen liegen wir 2,3 Millionen Tonnen unter dem Wert von 2014, was einer Reduzierung von 0,3 Prozent entspricht. Im Vergleich zu 1990 sparten wir 1.251 Millionen Tonnen Treibhausgas ein und liegen somit nun fast 28 Prozent unter dem damaligen Wert. Das Ziel, die Emissionen bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren, liegt aber dennoch in weiter Ferne.

Den größten Anteil konnte die Energiewirtschaft mit 11,8 Millionen Tonnen einsparen. Durch das Wachsen des Ökostromanteils durch den Ausbau von Erneuerbaren Energien kommt UBA-Präsidentin Maria Krautzberger zu dem Schluss „Die Energiewende beginnt zu wirken“. Wichtig wäre ihrer Meinung nach, nun komplett aus dem Kohlestrom auszusteigen, da 2015 immer noch 87,8 Prozent der Emissionen durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzt wurden.

Eines der Probleme sieht die UBA in der Landwirtschaft und ihrer Düngung. Hier stieg der Anteil an Emissionen im Vergleich zu 2014 leicht um 0,5 Prozent. Zwar sind das auch 16 Prozent weniger als noch 1990, jedoch wird mit diesem Wert fast wieder das Niveau von 2000 erreicht. Einen Grund mehr, die Elektromobilität weiter zu fördern, liegt in den hohen Emissionswerten des Verkehrssektors. Auch hier sind die Zahlen wieder leicht gestiegen.

Doch nicht nur in Deutschland, auch international bereitet der Verkehr große Sorgen. Die bisher geplanten Maßnahmen zur Reduzierung des CO2 reichen nicht aus, um die selbstgesteckten Ziele zu erreichen, erklärt das Weltverkehrsforum (ITF), welches bei der OECD angesiedelt ist. „Selbst im optimistischsten Szenario“ würden die Werte 2050 weiterhin auf dem Niveau von 2015 liegen. In dieses Szenario wurden bereits neue Technologien und „Verhaltensänderungen“ mit eingerechnet. Im „weniger optimistischen Basisszenario“ werden wir bis 2050 im Vergleich zu 2015 erneut 60 Prozent an Treibhausgas-Emissionen zulegen.

Aus diesem Grund fordert ITF-Generalsekretär José Viegas: “Wir müssen sowohl das Innovationstempo beschleunigen als auch drastische politische Weichenstellungen vornehmen, um den Verkehr vom CO2 zu entwöhnen”. Dazu gehört der Ausbau von Car-Sharing sowie Veränderungen in Logistikketten und „neuen Verkehrssträngen“. Ein großes Problem stellt die Verschiebung der Handelsrouten dar. Der Warenaustausch in Gegenden mit wenig entwickelten Eisenbahnnetzen und Schifffahrtswegen nimmt immer mehr zu. Dies führt durch den daraus resultierenden höheren Straßengüterverkehr zu einer Verdopplung der CO2-Emissionen.

Ein anderes Problem ist die Entwicklung der Mobilität in Städten, v.a. in den Schwellenländern. Bis 2050 wird sich die Autonutzung verdoppeln. Um dem entgegenzuwirken solle eine integrierte Raum- und Verkehrsplanung eingeführt werden. Zusätzlich müsse mehr in den Nahverkehr investiert und das Mobilitätsverhalten durch aktive Preismechanismen gesteuert werden. Nur dann könne die Zahl der Autos auf dem Niveau von 2015 gehalten werden.

Quellen: SpiegelStadt und Werk

 

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