Welthitzerekord: 2015 wird schon wieder wärmstes Jahr

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Klimawandel
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Nicht schon wieder: Das von der Europäischen Union ins Leben gerufenen Programm zur Analyse von Klimadaten „Copernicus“ hat errechnet, dass 2015 voraussichtlich erneut das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden wird. Somit ist der  Welthitzerekord von 2014 schon wieder gebrochen. Leider ist auch für die kommenden Jahre kaum ein Trendwechsel zu erwarten. Allein die verheerenden Waldbrände in Indonesien haben mehr CO2 freigesetzt, als die gesamte Industrie Deutschlands im Jahr 2013. Und so wird der nächste Hitzerekord wohl nicht lange auf sich warten lassen.

Selbst wer noch nicht an die Erwärmung der Erde glaubt, sollte langsam hellhörig werden: Wir eilen in diesen Jahren von einem Klimawandel-Rekord zum nächsten. Fast jeder erinnert sich noch an den Jahrhundertsommer 2003, als die Temperaturen im August fast vier Grad über dem sonstigen Durchschnitt lagen. Elf Jahre später, im Jahr 2014, verzeichneten Wetterstationen auf der ganzen Welt das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen im Jahre 1850. Wer glaubt, dazwischen sei kein Wärmerekord aufgestellt worden, irrt sich leider. 14 der 15 wärmsten Jahre seit 1850 liegen im 21. Jahrhundert, das 15. Jahr war 1998.

Dann kam der Sommer 2015, der nicht nur uns Deutsche gehörig ins Schwitzen brachte. So war es im globalen Durchschnitt im Juli weltweit so heiß wie niemals zuvor. Wie das amerikanische Wetteramt NOAA damals mitteilte, lag die globale Durchschnittstemperatur damals bei 16,61 Grad Celsius – das waren 0,08 Grad mehr als der bisherige Rekordmonat – der Juli 2014. In Deutschland wurde im bayerischen Kitzingen mit 40,3 Grad im Schatten der bisherige nationale Hitzerekord gebrochen.

Auch im letzten Herbst und im bisherigen Winter setzt sich der Trend fort. Wie der deutsche Wetterdienst mitteilte, war der vergangene November ebenfalls wärmer als jemals in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur in Deutschland lag mit 7,5 Grad um 3,5 Grad über den Werten der internationalen Referenzperiode 1961 bis 1990. In einem Örtchen in Baden-Württemberg war es mit fast 24 Grad an einem Tag sogar deutlich wärmer als auf Mallorca um diese Jahreszeit.

Die Welt eilt derzeit von einem Hitzerekord zum nächsten. Und so ist es eigentlich wenig überraschend, dass das Jahr 2015 den bisherigen Rekordhalter 2014 schon wieder als das wärmste je gemessene Jahr ablösen dürfte. So zumindest hat es der Klimadienst Copernicus vorhergesagt. Copernicus ist das derzeit modernste Satellitenüberwachungsprogramm für Klima- und Umweltveränderungen der Europäischen Union. Über 40 Millionen Daten von Satelliten sowie Luft-, Boden- und Meeresmessstationen wertet das System täglich aus.

Copernicus zufolge sei der der Zwölfmonatszeitraum bis Ende November 2015 wärmer gewesen als jemals zuvor. So lagen die Temperaturen mehr als 0,4 Grad über dem Durchschnitt von 1981-2010. Im Oktober und November 2015 war es verglichen mit diesem Zeitraum sogar 0.6 Grad wärmer. Und zumindest in Deutschland scheint sich der Trend im Dezember nicht mehr großartig zu ändern. Auch im vorweihnachtlichen Wintermonat liegen die Temperaturen mit Werten zwischen vier und neun Grad in dem für diese Jahreszeit deutlich zu warmen Bereich.

Diese Entwicklungen zeigen deutlich: Der Klimawandel ist real und er findet statt. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tragen wir Menschen durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen maßgeblich zu dieser Erwärmung bei. Wir haben bereits gewaltigen Mengen an Treibhausgasen in die Atmosphäre geblasen. Rund tausend Milliarden Tonnen Kohlestoff, über Jahrmillionen in der Erde gebunden, haben wir in nur gut 150 Jahren auf diese Weise freigesetzt.

Leider ist auch für die nahe Zukunft kaum Besserung in Sicht. Dieses Jahr haben die verheerenden Brände in den uralten Torfmoorwäldern Indonesiens zusätzlich zu den „normalen“ Emissionen der Menschen eine gewaltige Menge Kohlenstoff freigesetzt. Laut Copernicus wurde bei diesen Brände im September und Oktober 2015 mehr CO2 emittiert, als die gesamte Industrie in Ländern wie Japan, Deutschland und dem Vereinigten Königreich im Jahr 2013 verursacht hat. Insgesamt wird der Ausstoß auf etwa 0,3 Gigatonnen Kohlenstoff (oder 1,2 Gigatonnen CO2) geschätzt.

Quelle: Copernicus / Presseportal

 

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