Weiterhin Handlungsbedarf beim Verkehr

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Verkehr gefährdet die nationalen Klimaziele. Foto: Manfred Steinbach / Fotolia
Verkehr gefährdet die nationalen Klimaziele. Foto: Manfred Steinbach / Fotolia

Mobilität gehört seit Jahrzenten zum Alltag. Doch ist der Verkehrssektor weiterhin der größte Klimasünder. Um die gesteckten Klimaziele zu erreichen, muss der Verkehr bis 2050 ausnahmslos treibhausgasneutral sein. Das geht aus dem Teilbericht hervor, den das Umweltbundesamt (UBA) nun in Dessau veröffentlichte. Straßenfahrzeuge müssen demnach effizienter, Elektromobilität stärker gefördert werden. Auch sei es dringend notwendig, den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

 

Was muss geschehen, um die Treibhausgasemissionen des Verkehrs dauerhaft zu senken? Wie kann langfristig treibhausgasneutraler Verkehr in Deutschland gesichert werden? Sind die nationalen Klimaschutzziele im Verkehrssektor ambitioniert genug? Diesen Fragen widmen sich zwei Studien des Umweltbundesamtes, die im Juni veröffentlicht wurden. Besonders der Teilbericht des Projektes „Klimaschutzbeitrag des Verkehrs 2050“ beschreibt den dringenden Handlungsbedarf in den nächsten Jahren. Die Entwicklung des deutschen Verkehrssektors muss sich noch viel stärker an den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens orientieren. Der Bericht stellt Maßnahmen vor, um die Treibhausgasemissionen des Verkehrs schnell deutlich zu senken und so auch im Verkehrssektor die Pariser Klimaziele zu erreichen.

Das nationale Ziel, bis zum Jahr 2020 die in Deutschland ausgestoßenen Treibhausgasemissionen um 40 Prozent zu senken, ist stark gefährdet. Zwischen 1990 und 2016 wurden die Emissionen erst um etwa 28 Prozent gesenkt. „Und neben der Energiewende brauchen wir endlich eine Verkehrswende“, sagt Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes. Und weiter: „Der Verkehrssektor liegt nach neuesten Berechnungen sogar leicht über dem Niveau von 1990. Die Effizienzsteigerungen bei Fahrzeugen sind durch den Trend zu größeren Fahrzeugen und das Verkehrswachstum auf der Straße verpufft.“

Grafik: UBA-Studie
Grafik: UBA-Studie

Möglichkeiten zur Lösung des Problems wären beispielsweise stärkere Förderung der Elektromobilität sowie die Steigerung der Energieeffizienz von Kraftfahrzeugen. Auch muss der Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden, um die Treibhausgasemissionen deutlich zu senken. Die direkte Nutzung von Strom hat große Effizienzvorteile und ist damit die bevorzugte Technologievariante. Insbesondere für elektrisch angetriebene Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, die 2015 für über 70 % der direkten CO2-Emissionen des Straßenverkehrs verantwortlich waren, gibt es bereits heute vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Zur Förderung der Elektromobilität empfiehlt das Umweltbundesamt beispielsweise eine Elektro-Quote. Verfehlt ein Hersteller diese Quote, muss er Strafzahlungen leisten.

Ebenfalls empfiehlt das Umweltbundesamt einen verstärkten Zubau in der Infrastruktur. Die Infrastruktur entscheidet wesentlich über die Attraktivität von Verkehrsträgern und beeinflusst damit die Verkehrsmittelwahl. Für eine umfassende Verkehrs- und Energiewende ist konsequentes Handeln erforderlich. Wesentliche Ansätze sind dabei das Herstellen von Kostenwahrheit im Verkehr und die Schaffung von umweltfreundlichen Mobilitätsangeboten – durch Effizienzsteigerungen, Elektrifizierung und die Förderung des Umweltverbundes.

Quelle: UBA I , UBA II