Weihnachtliche Illuminationen

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Energieeffizienz

Weihnachtszeit – Lichterzeit. Alle Jahre wieder erstrahlen Häuser, Straßen und Einkaufsmeilen in verheißungsvollem Glanz. Lichterketten und Leuchtdioden wohin das Auge blickt. Die Frage ist: muss das sein? Und: ist uns eigentlich bewusst, was für Energiemengen Jahr für Jahr die weihnachtliche Beleuchtung verschwendet?

Tausende Kilowattstunden Strom werden verbraucht, nur um Landestraßen, Einkaufszentren oder Bahnhöfe festlich zu beleuchten. Auch in privaten Haushalten treibt die Weihnachtsbeleuchtung die Stromkosten in die Höhe. Der zusätzliche Strombedarf in der Vorweihnachtszeit in privaten Haushalten entspricht in Deutschland insgesamt etwa dem Jahresverbrauch von 140.000 Haushalten.

Das geht aus Berechnungen des Heidelberger Ifed Instituts für Energiedienstleistungen hervor. Der mittlere Stromverbrauch einer einzigen Lichterkette in der gesamten Weihnachtszeit liegt bei etwa 30 Kilowattstunden. Der Stiftung Warentest zufolge verbrauchen die meisten Lichterketten in fünf Wochen so viel, wie ein moderner Kühlschrank mit Gefrierfach in einem ganzen Jahr! In vielen Haushalten brennen zudem Lichterbögen, elektrische Weihnachtssterne oder Tannenbaumbeleuchtungen im Vorgarten Tag und Nacht. Insgesamt summieren sich die Stromkosten für Weihnachtsbeleuchtung in diesem Jahr schätzungsweise auf rund 77 Millionen Euro, das sind rund 3,5 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Es muss nicht immer die teuerste Variante sein

Wer auf den weihnachtlichen Glanz nicht verzichten kann, dem sei zu energiesparenden Varianten geraten. Zeitschaltuhren und Energiesparbirnen schonen den Geldbeutel und die Umwelt. Die Stadt Zürich setzt stromsparende LED-Lichterketten ein und verringert dadurch den Energieverbrauch für die Weihnachtsbeleuchtung um 85 Prozent. Lichterketten mit Leuchtdioden (LEDs) leuchten zwar schlechter als solche mit Glühlämpchen, verbrennen aber viel weniger Energie. Auch muss die Weihnachtsbeleuchtung nicht ununterbrochen brennen, wenn es hell ist beispielsweise sollte die Beleuchtung abgeschaltet werden. Eine mechanische Zeitschaltuhr kostet rund zwei Euro, damit lassen sich die Ein- und Abschaltzeten regeln und vermeiden, dass die Lichter die ganze Nacht über und auch am hellichten Tage brennen.

Nichtsdestotrotz sind und bleiben die guten alten Weihnachtskerzen natürlich die umweltfreundlichste Art, am Weihnachtsabend für Erleuchtung zu sorgen. Und vielleicht stellt sich damit die Weihnachtsstimmung auch eher ein, als mit bunt flackernden und blinkenden Elektroleuchten?

Übrigens: In Deutschland verdient der Staat an der Feierlaune der Bürger kräftig mit. Durch Steuern und Abgaben zweigt er sich etwa 40 Prozent ab – das entspricht gut 31 Millionen Euro in diesem Jahr. Damit liegt Deutschland auch an der Spitze im europäischen Durchschnitt.

Josephin Lehnert

 

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