Wasserturbinen bringen Strom an entlegenste Orte

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Wasser-Turbinen
Wasser-Turbinen

Wer an Wasserkraft denkt, denkt im ersten Moment an Stauseen und Dämme, vielleicht auch an Gezeitenkraftwerke. Diese sind Aufgrund ihrer Größe und Beschaffenheit nicht überall einsetzbar, sodass Wasserkraft gerade an abgelegenen Orten dieser Welt nicht sinnvoll erscheint. Doch gerade an diesen kaum besiedelten Flecken Erde fehlt oft der Zugang zu Strom. Dem World Energy Outlook (WEO) 2016 zufolge haben etwa 16 Prozent der Weltbevölkerung keinen Zugang zu Elektrizität, Tendenz sinkend. Aus Kanada kommt nun eine kleine Erfindung, die diese Zahl weiter schrumpfen lassen könnte: eine Wasser-Turbine.

Kanada ist ein Land mit einer sehr geringen Bevölkerungsdichte. Nicht selten Leben Menschen in nur kleinen Siedlungen, weit ab von den großen Städten. Zugang zu Elektrizität kann da schon mal ein Problem darstellen. Da scheint es nur natürlich, dass sich einige Kanadier, in diesem Fall das Unternehmen Idénergie aus Québec, Gedanken um eine gut transportierbare, alternative Möglichkeit zur Energiegewinnung gemacht haben. Sie haben eine Turbine entwickelt, die auch in flacheren Flüssen installiert werden und die Energie des fließenden Wassers in Strom umwandeln kann.

Wasserkraftanlagen sehen sich, wie andere Erneuerbare Energieformen auch, einiger Kritik gegenüber. So wird durch sie oftmals die Strömung in Richtung oder auch Geschwindigkeit verändert, manchmal sogar die Wassertemperatur, was zur Gefährdung und auch Zerstörung von Lebensräumen und –Grundlagen führen kann. Um dies zu verhindern, haben die Entwickler für die Turbine die sogenannte Darrieus-Form gewählt, die als Darrieus-Rotor im Bereich der Windkraftenergie deutlich bekannter ist, sowie umweltfreundliche Baumaterialien.

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Der Aufbau der Wasser-Turbine © Idénergie

Die Anlage nutzt zudem einen Zweiwege-Konverter, um die kinetische Energie des fließenden Wassers in Strom umzuwandeln. Die elektrische Energie wird dann in einer Batterie gespeichert und kann ganze Häuser mit Strom versorgen. Eine einzelne Turbine kann zwischen 4 und 12 kWh Strom pro Tag produzieren, abhängig von Fließgeschwindigkeit des Flusses. Diese sollte im Idealfall zwischen 1 bis 3 m/s liegen. Die Anlage selbst sollte für eine optimale Energieerzeugung und Nutzung in mindesten 60cm Flusstiefe und nicht weiter als einen Kilometer vom Endverbraucher entfernt installiert werden.

Wie bereits beschrieben eignet sich diese Lösung nicht für jeden, sondern ist besonders für Bewohner von Orten gedacht, die nicht an ein Stromnetz angebunden sind, jedoch in direkter Nähe zu einem Fluss liegen. Mit einem Preis von 12.500 kanadischen Dollar (umgerechnet ca. 8.760 Euro) ist sie auch nicht gerade eine preiswerte Alternative. Jedoch gibt diese Technologie weitere Ausblicke auf die Möglichkeiten erneuerbarer und nachhaltiger Energien.

Quelle:
http://idenergie.ca/en/
http://www.worldenergyoutlook.org/resources/energydevelopment/energyaccessdatabase/

 

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