Wasserstofftankstellen: Reibungslos genehmigt

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Der Ausbau der Infrastruktur für Wasserstoff-Mobilität nimmt Fahrt auf. 92 neue Wasserstofftankstellen wurden 2016 weltweit eröffnet, so viele wie noch nie. 26 öffentliche zugängliche H-2 Tankstellen gibt es mittlerweile in Deutschland, über 100 in Europa. Wie reibungslos deren Genehmigung laufen kann, machte jüngst das Landratsamt Esslingen vor.

Innerhalb von nur wenigen Tagen nach Vorliegen der vollständigen Unterlagen genehmigte das Landratsamt Esslingen jüngst den Bauantrag für eine Wasserstofftankstelle von Shell in Wendlingen. Bald sollen dort Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb mit gasförmigem Wasserstoff betankt werden können. „Entscheidend für ein möglichst reibungsloses Verfahren war, dass wir schon frühzeitig eine Vorantragskonferenz gemacht haben“, sagt Rudi Wartmann, Sachgebietsleiter bei der zuständigen Gewerbeaufsicht beim Landratsamt Esslingen. Beteiligt daran war unter anderem das Bauamt, der Kreisbrandmeister, das Wasserwirtschaftsamt, die Gemeinde, der Betreiber Shell und der Bauherr, die H2 Mobility Deutschland, „Hier kamen schon alle Fakten, Aspekte und Anforderungen rechtzeitig auf den Tisch“, sagt Wartmann. Kurz vorher wurde der offizielle Bauantrag inklusive der sicherheitstechnischen Stellungnahme einer zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS) eingereicht.

 „Wichtig war auch, dass wir in den folgenden Wochen mit hoher Parallelität gearbeitet haben und deshalb schon viel vorbereiten konnten“, betont Wartmann. So kontaktierte er alle betroffenen Träger öffentlicher Belange sofort telefonisch, holte vorläufige fachliche Stellungnahmen ein und forderte noch fehlende Unterlagen an. Wegen Planungsdetails eines Retentionsbeckens auf dem Tankstellengelände, das sich in der Nähe des Neckars befindet, wurde die Gemeinde nochmals angehört. „Noch bevor die letzten ergänzenden Angaben kamen, konnten wir so schon den Entwurf für eine Genehmigungsentscheidung ausarbeiten“, so Wartmann. Als die kompletten Antragsunterlagen schließlich vollends eingingen, konnte innerhalb von einer Woche eine Erlaubnis entsprechend der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und eine Genehmigung entsprechend der Landesbauordnung erteilt werden. Von zentraler Bedeutung sind hierbei sicherheitstechnische Prüfungen und ein entsprechender ZÜS-Prüfbericht.

Fünf öffentliche Wasserstofftankstellen für die Betankung von PKW mit 700 bar gibt es laut Auskunft des Umweltministeriums derzeit in Baden-Württemberg, zwei sind im Probebetrieb und fünf im Bau. Daneben gibt es zwei Wasserstofftankstellen für Busse, die mit einem Druck von 350 bar betrieben werden. Bundesweit gibt es 26 öffentlich zugängliche Wasserstofftankstellen für PKW. Bis 2023 möchte H2 Mobility Deutschland das Netz auf 400 ausbauen. Hinter dem Konsortium stehen Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und Total. Ziel ist es auch, den Wasserstoff sukzessive möglichst vollständig aus erneuerbaren Energien zu gewinnen.

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