Was vor dem Kauf einer Kleinwindkraftanlage beachtet werden muss

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Kleinwindkraftanlagen

Kleine Windkraftanlagen dienen der dezentralen Stromerzeugung. Als Verbraucher können einzelne technische Geräte wie Notrufsäulen, als auch Privathäuser oder größere Abnehmer wie Gewerbegebäude in Frage kommen. Die verbrauchsnahe Stromerzeugung hat den Vorteil, dass die öffentlichen Netze durch einen weiten Transport des Stroms nicht belastet werden.

Kleinwindkraftanlagen und Solarstromanlagen ergänzen sich optimal, was die durch Jahreszeiten und Witterungsverhältnisse abhängige Stromproduktion angeht. Eine Kleinwindanlage produziert ein Großteil des Stroms im Herbst und Winter, wenn die PV-Anlage nur geringe Erträge abwirft.

Die Rahmenbedingungen für einen wirtschaftlichen Betrieb einer Kleinwindanlage sind vor dem Hintergrund aktueller Einspeisetarife im Rahmen des EEG immer noch dürftig. Große und kleine Windkraftanlagen werden im EEG gleich behandelt, für die eingespeiste Kilowattstunde Strom werden rund neun Cent gewährt. Auch im Vergleich zu den aktuell angekündigten Kürzungen für Solarstromanlagen auf 19,5 Cent für Anlagen unter zehn Kilowatt ist der Kleinwind-Tarif sehr bescheiden. Ein wirtschaftlicher Betrieb eines kleinen Windrads ist vor allem dann gegeben, wenn der Windstrom zu einem Großteil selbst verbraucht wird. Denn dann spart man den externen Strombezug von rund 20 Cent pro Kilowattstunde ein. Auch die Wahl einer kleinen Windturbine mit geringerer Stromproduktion kann die Wirtschaftlichkeit fördern, wenn damit vorwiegend die eigene Grundlast abgedeckt wird.

Von großer Bedeutung ist eine sorgfältige Standortevaluierung. Bevor man über den Kauf einer Anlage nachdenkt, müssen vor allem zwei Dinge geprüft werden: Das Windpotenzial am Aufstellungsort der Anlage und die Genehmigungslage.

Nicht jeder Standort und Landschaftstyp eignen sich für die Aufstellung einer Kleinwindanlage. Die Kleinwindkraftanlage muss in Hauptwindrichtung frei angeströmt werden. Vor und hinter der Anlage dürfen keine Barrieren wie Bäume oder Häuser stehen. Diese führen zu Luftverwirbelungen, die dem Wind die Energie entziehen. Standorte in eingekesselter Tallage im Binnenland sind beispielsweise schlechter geeignet als Grundstücke in flachen und windstarken Küstenregionen. Mit Hilfe einer Windmessung über mehrere Monate, kann das Windenergiepotenzial festgestellt werden.

Auch die Genehmigung einer Kleinwindanlage muss sorgfältig geprüft werden. Zuständig ist das Bauamt vor Ort. Anzuraten ist auch ein Austausch mit den Nachbarn. Auch wenn eine kleine Anlage prinzipiell genehmigungsfrei sein sollte – in manchen Bundesländern ist das der Fall – müssen alle baurechtlichen Vorschriften beachtet werden. Fühlen sich Nachbarn durch Schattenwurf der Rotorblätter oder Geräusche gestört, kann nachträglich ein Rückbau verlangt werden. Sicherheit bietet nur eine Baugenehmigung. Die ist allerdings oft mit hohen Kosten verbunden, die die Wirtschaftlichkeit des Kleinwind-Projektes gefährden.

Patrick Jüttemann, Kleinwindkraft-Portal

 

3 Responses

  1. Energieausweis Bremen

    19. Oktober 2011 8:56

    An sich halte ich eine eigene kleine Windkraftanlage auch für sehr interessant – besonders, wie von Ihnen beschrieben, in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage. Ich habe mal von einer kleinen Windkraftanlage gelesen, die man sich auf die Dachspitze montieren lassen kann – so wie diese Windrichtungshähne, die manche Leute auf dem Dach haben. Das Gerät nennt sich Energy Ball. Das klingt für mich nach einer interessanten Idee, die wahrscheinlich auch nicht so viele potenzielle Probleme mit sich zieht. Bleibt natürlich die Frage, wie laut dieses Gerät ist und ob es sich vom Anschaffungspreis her lohnt – dazu habe ich leider keine Informationen.
    Beste Grüße aus Bremen sendet die Bremer Energieberatung enerpremium

  2. Patrick Jüttemann

    5. März 2012 16:28

    Danke für den Hinweis. In Wohngebieten sind aufgrund der dichten Bebauung die Windverhältnisse nicht immer gut. Deshalb bietet sich eine Windmessung an. Vor der Installation einer Kleinwindanlage auf einem Dach, sollte man dies in Bezug auf Statik und Resonanzen prüfen. Ggf ist eine Installation auf einem Mast vorzuziehen.

  3. solarstrom-simon

    6. März 2012 1:44

    Ohne Windmessung über ein Jahr, einige messen nur über ein paar Monate, erst dann hat man Fakten für den Ertrag.
    Zweitens die Lage und Standort.
    Windanlagen am Dach übertragen Schwingungen aufs Gebäude! Vor dem Kauf bitte Prüfen ob dies in Ihren Fall entkoppelt ist.

    mit sonnigen grüßen aus Bayern München Solarstrom Simon

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