Was steht zum Abschluss der COP23 in Bonn?

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COP23 - Weltklimakonferenz bringt Fortschritte im Klimaschutz.
Weltklimakonferenz in Bonn ist vorbei. Es gibt Fortschritte im Klimaschutz.

Zwei Wochen wurde bei der Weltklimakonferenz über den weltweiten Klimaschutz verhandelt. „Wir haben in Bonn große Fortschritte gemacht“, sagte zum Ende die deutsche Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. In die gleiche Kerbe schlug auch der Vorsitzende der Konferenz. Fidschis Premierminister Bainimarama war „sehr zufrieden, dass die Konferenz ein solcher Erfolg geworden ist“. Zuletzt einigten sich die 195 Staaten auch noch in wichtigen Finanzfragen. Vorher waren bereits bedeutende Eckpunkte zur Umsetzung des Pariser Abkommens beschlossen worden. Im kommenden Jahr soll ein detailliertes Regelwerk zum Pariser Abkommen entstehen.

Dabei geht es etwa um die Frage, wie die Staaten ihre Treibhausgasemissionen messen und darüber berichten. In Bonn wurden zu allen Fragen Texte entwickelt, die bis zur Weltklimakonferenz in Kattowice 2018 schlussverhandelt werden können. Die Delegierten erarbeiteten Entwürfe für die Regeln und Verpflichtungen der Länder im Kampf gegen die Erderwärmung. Geklärt werden muss, nach welchen Methoden die Staaten ihren Treibhausgas-Ausstoß erfassen sollen. Konkrete Beschlüsse dazu soll es beim kommenden Gipfel 2018 im polnischen Kattowice geben.

Abschluss der COP23 in Bonn: Nationale Klimaziele überprüfen und verstärken

Im kommenden Jahr soll überprüft werden, wie die Welt bei der Reduzierung von Treibhausgasen vorankommt. In Bonn hat man sich darauf geeinigt, wie das gestaltet werden soll. Bereits jetzt ist klar, dass die nationalen Ziele zur Minderung von CO2 nicht ausreichen, um die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen.

2020 sollen die Länder laut dem Pariser Abkommen neue, ambitioniertere Zusagen zur CO2-Reduktion machen. In Bonn sicherten die Industriestaaten zu, dass sie bereits 2018 und 2019 eine Zwischenbilanz ihrer nationalen Anstrengungen anstreben.

Finanzen bis zur nächsten Weltklimakonferenz

Im Pariser Abkommen haben die Industrieländer zugesichert, arme Staaten bei der Anpassung an die Erderwärmung und beim Klimaschutz finanziell zu unterstützen. Die Unterstützung soll bis 2020 auf 100 Milliarden Dollar im Jahr anwachsen. In Bonn drangen die Entwicklungsländer darauf, die Aufstockung der Mittel zu beschleunigen. Die Geber-Länder sagten in Bonn immerhin zu, die Umsetzung ihrer finanziellen Versprechen in den kommenden Jahren nochmals zu überprüfen.

Die armen Staaten pochten in Bonn zudem darauf, dass die Industrieländer in regelmäßigen Abständen konkrete Auskünfte über künftige Finanzhilfen geben sollen. Die Industrieländer verwiesen auf „haushaltsrechtliche Grenzen“: Feste Zusagen über mehrere Haushaltsperioden hinweg seien nicht möglich. Im Mai gehen die Verhandlungen über dieses Thema weiter.

Anpassungsfonds

In Bonn verhandelten die Delegierten um die Zukunft des Anpassungsfonds. Er soll den besonders vom Klimawandel betroffenen Entwicklungsländern helfen, sich an dessen Folgen anzupassen. Er finanziert zum Beispiel Projekte zur Bewässerung in trockenen Regionen. Bisher laufen in 63 Ländern 67 Projekte. Der Anpassungsfonds, in den jährlich 100 Millionen Euro fließen, ist Teil des auslaufenden Kyoto-Protokolls. Offen ist, wo die Gelder in Zukunft herkommen sollen. Diese Frage, die zwischen Industrie- und Entwicklungsländern umstritten ist, soll in Kattowice 2018 geklärt werden. In Bonn einigten sich die Staaten darauf, dass der Fonds künftig unter dem Paris-Abkommen verankert sein soll. Deutschland sicherte außerdem Zahlungen in Höhe von etwa 50 Millionen Euro zu.

Anti-Kohle-Allianz

Auf der Konferenz schlossen sich rund 25 Staaten und Regionen zu einer Allianz für einen zügigen Kohleausstieg zusammen. Deutschland gehört nicht dazu. Die Mitglieder der Allianz wollen die Kohlekraftwerke schrittweise vom Netz nehmen. Zudem versichern sie, keine neuen Kraftwerke ohne Möglichkeit zur unterirdischen CO2-Speicherung zu bauen. In Deutschland ist diese Speicherung umstritten, weil Umweltschäden durch entweichendes Gas befürchtet werden.

Quelle: BMUB