Warum stoppte China den Elfenbein Holocaust?

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Elfenbein Holocaust
Elfenbein handel in China © Vincent Yu/AP

China ist kein Land des Tierschutzes. Für den rücksichtslosen Elfenbeinhandel wurde der Staat häufig international kritisiert. Doch dieses Jahr wurde dem Elfenbein Holocaust mit einem klaren Verbot ein Ende gesetzt. Wie kam es dazu? Was hat sich in China verändert?

Zhang Li, ein Experte für den Elefantenschutz an der Pekinger Normal Universität, vertrat die Meinung, dass wilde Tiere von einem unternehmerischen Standpunkt aus das Gleiche seien wie natürliche Ressourcen und daher auf nachhaltige Art und Weise genutzt werden sollten. Die Idee dahinter ist folgende: „[F]oreign animals don’t matter“ – Ausländische Tiere haben keine Bedeutung. – Eine rücksichtslose Ansicht für einen Elefantenexperten.

Wie kam es also zu der Kehrtwende?

Im Juni 2016 erfüllte damaliger US-Präsident Barack Obama ein Versprechen, dem er zuvor in einem Meeting mit China zugestimmt hatte: Er führte ein fast vollständiges Verbot von inländischem Elfenbeinhandel in den Vereinigten Staaten ein. Daraufhin folgte China – zur Überraschung der meisten. Der Staat schloss 67 Handschnitzer Workshops und Ladengeschäfte allein im März 2017.

Die 180° Wendung in Chinas Politik ist für viele erstaunlich. Besonders in Hinblick darauf, dass China die Elfenbeinschnitzerei lange als wesentlichen Bestandteil seiner kulturellen Geschichte ansah. Die Schnitzerei ist dort bereits seit 3000 Jahren gängige Praxis.

Doch mit den USA an seiner Seite und durch den größer werdenden internationalen Druck wurde der Standpunkt zum Erhalt der Elfenbeintradition im Kabinett überstimmt. Experten drängten darauf, dass nur ein Verbot von der Regierung eine Änderung zum Wohle der Tiere herbeiführen könne. Andererseits seien untergeordnete Instanzen dazu verpflichtet, den Wandel herbeizuführen.

Internationaler Druck

Letztendlich war es internationaler Druck, der China zur Umstimmung zwang. Afrikanische Länder, europäische Länder und letztendlich die USA hätten China zu dem Verbot gedrängt, so Ji Wei, ein unabhängiger Wildlife Forscher. Auch offene Briefe von Promis, wie Naturforscher David Attenborough oder Prince William forderten den Chinesischen Präsidenten Xi Jinping zur Vernunft auf.

“It’s a combination of domestic buzz and more direct international pressure that eventually led to the outcome,” erklärt Wei. Ein Erfolg für die internationale Gemeinschaft – und für die Gesellschaft in China.

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