Warum Rauchen so schädlich für die Umwelt ist

,

© J. Böhm
© J. Böhm

„Rauchen kann tödlich sein“, „Rauchen fügt ihnen und den Menschen in ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu“. Wer kennt sie nicht, die Warnhinweise, die seit dem letzten Jahr auf jeder Zigarettenpackung prangern. Spätestens in der nächsten Tankstelle werden auch die Nichtraucher hinter dem Tresen mit den möglichen Folgen konfrontiert. Anlässlich des Weltnichtrauchertages vergangenen Mittwoch macht die WHO nun aber auch darauf aufmerksam, dass sich das Rauchen nicht nur auf uns Menschen auswirkt, sondern auch erheblichen Schaden für die Umwelt bedeutet.

31 Prozent der Männer und 26 Prozent der Frauen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren rauchen in Deutschland. Die Versorgung von Gesundheitsproblemen und indirekte Kosten wie z.B. Erwerbsunfähigkeit, Frühberentung und Todesfälle kosten unsere Gesellschaft pro Jahr circa 79 Milliarden Euro. Was jedoch kaum jemandem bewusst ist: nicht nur wir Menschen und unsere Gesundheit leidet unter dem Tabakkonsum. Auch die Umwelt trägt einen großen Schaden davon. Das geht nun aus dem Bericht „Tabak und die Umweltfolgen“ anlässlich des Weltnichtrauchertages am vergangenen Mittwoch hervor.

Ein großer Faktor ist laut der WHO die große Menge Müll die durch das Rauchen anfällt: Laut deren Schätzung kommen pro Jahr allein durch die Verpackungen zwei Millionen Tonnen Papier, Zellophan, Metallfolie und Klebstoff zusammen. Nach dem Rauchen machen die Zigarettenstummel weitere 340 bis 680 Millionen Kilogramm Abfall aus. Das größte Problem dabei ist die Entsorgung derer durch die Konsumenten. „Zigarettenstummel machen 30 bis 40 Prozent des Abfalls aus, der bei Aufräumaktionen in Städten und Küstengewässern anfällt.“ Ursache dafür sind die vielen Zigaretten, die nach dem Rauchen achtlos einfach in der Umwelt entsorgt werden. Das große Problem neben dieser Menge Abfall sind jedoch die Chemikalien, die im Zuge dessen in der Umwelt verteilt werden. Von bis zu 7000 chemischen Stoffen, die so ein Stummel in sich trägt, sind viele Gift für die Umwelt, mindestens 50 dabei krebserregend. Die Gefahr für Meereslebewesen durch diese Gifte wurde mittlerweile von Studien bestätigt.

Doch die Entsorgung und die entstehende Menge Abfall sind nicht die einzigen Problemstellen. Es beginnt bereits im Anbau des Tabaks. Für die benötigte Fläche werden Urwälder gerodet. Der anschließende Monokulturanbau hat mit Überdüngung und Einsatz von Pestiziden ausgelaugte und erodierte Böden zur Folge. Laut Katrin Staller von der Stabsstelle Krebsprävention des Deutschen Krebsforschungszentrums belastet dies „nicht nur die Menschen in den Anbauländern, sondern auch das weltweite Klima“.

Quellen: BundesregierungDie WeltWHO